Paul Clark

Lukas 2,9-10: Und ein Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Herrlichkeit des Herrn umleuchtete sie, und sie fürchteten sich mit großer Furcht. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die für das ganze Volk sein wird. 

Der Satz „Fürchtet euch nicht“ steht in dieser oder ähnlicher Form 365 Mal in der Bibel!

Wir leben in einer sehr unruhigen Zeit. Denk nur einmal an die Situation in Israel. Wie die Jerusalem Post berichtete, wurden diese Woche jeden Abend Raketen auf Israel abgefeuert.

Die Furcht greift uns im Zentrum unseres Glaubens an und hält uns davon ab, in die Pläne einzutreten, die Gott für uns hat (Craig Groeschel).

Die Furcht bringt unser Vertrauen ins Wanken und lässt uns fragen: Was ist, wenn?

Was ist, wenn ich meinen Job verliere? Was ist, wenn ich Krebs bekomme? Was ist, wenn mein Kind weiterhin so schlechte Noten bekommt? Die Furcht lässt uns das Schlimmste annehmen.

Ich möchte wie der Engel zu uns allen heute Morgen sagen: „Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude…“ Der Engel verkündete der ganzen Welt die frohe Botschaft.

In Gottes Wort heißt es ganz klar, dass wir uns nicht fürchten sollen. Wir müssen jede Angst und jede Furcht von uns weisen und stattdessen Gottes Wort beherzigen! Es reicht nicht aus, wenn wir es nur rein verstandesmäßig aufnehmen. Gottes Wort muss uns durchdringen, wie es heißt:

Hebräer 4,12: Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. 

Wir müssen zulassen, dass Gottes Wort heute Morgen unser Herz durchdringt wie ein scharfes Schwert. Wir müssen von Gottes Wort berührt werden.

Paulus versuchte Timotheus als dessen Mentor Mut zuzusprechen. Er wusste, dass Timotheus als junger Leiter manchmal sehr ängstlich war. Deshalb schrieb er ihm:

2 Tim 1, 7 (Luther): Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. 

2 Tim 1,7 (HFA):  Denn der Geist, den Gott uns gegeben hat, macht uns nicht zaghaft, sondern er erfüllt uns mit Kraft, Liebe und Besonnenheit.

Gott möchte uns nicht nur unsere Ängste nehmen – er möchte uns darüber hinaus etwas viel Besseres geben.

Liebe – Kraft –  Besonnenheit

Liebe – 1 Johannes 4,18a HFA: Wirkliche Liebe ist frei von Angst. Ja, wenn Gottes vollkommene Liebe uns erfüllt, vertreibt sie sogar die Angst.

Furcht ist ein selbst auferlegtes Gefängnis, das dich davon abhält zu werden, was Gott für dich im Sinn hat. Du musst mit den Waffen des Glaubens und der Liebe gegen sie ankämpfen (Rick Warren).

Kraft – Die Taufe im Heiligen Geist nach Apostelgeschichte 1,8 ist lebensnotwendig. Wenn wir immer in Zungen beten, wie Paulus es in 1.Korinther 14 beschreibt, werden wir in unserem Alltag und unserem ganzen Leben viel mehr Kraft (Power) haben.

Besonnenheit – Besonnenheit hat wenig mit Emotionen zu tun. Unser Glaube an Jesus Christus muss viel tiefer gehen als unsere Gefühle, unsere Hemmungen usw.!

In den englischen Übersetzungen der Bibel steht an dieser Stelle „Selbstkontrolle“ oder „Selbstdisziplin“ statt Besonnenheit.

Wir wollen uns heute mit Psalm 27 beschäftigen. David war ein Mensch, der aufgrund der großen Herausforderungen, die sein Leben als König und Soldat mit sich brachte, immer wieder mit Angst und Furcht zu kämpfen hatte. In Psalm 27 finden wir einige Hinweise, wie wir mit Angst und Furcht umgehen sollten.

1 Suche den Herrn in Zeiten der Furcht, indem du deinen Glauben an ihn allein bekräftigst.
Psalm 27,1-3: Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen? Wenn die Übeltäter an mich wollen, mich zu verschlingen, meine Widersacher und Feinde, müssen sie selber straucheln und fallen. Wenn sich auch ein Heer wider mich lagert, so fürchtet sich dennoch mein Herz nicht; wenn sich Krieg wider mich erhebt, so verlasse ich mich auf ihn. 

Nur wer sagen kann: „Der Herr ist die Kraft meines Lebens“, kann auch sagen: „Vor wem sollte ich mich fürchten?“

2 Suche den Herrn in Zeiten der Furcht, indem du dich auf ihn allein konzentrierst.

Psalm 27:5-5: Eines bitte ich vom HERRN, das hätte ich gerne: dass ich im Hause des HERRN bleiben könne mein Leben lang, zu schauen die schönen Gottesdienste des HERRN und seinen Tempel zu betrachten. Denn er deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, / er birgt mich im Schutz seines Zeltes und erhöht mich auf einen Felsen. 

Wenn wir diesen Psalm geschrieben hätten, hätten wir Vers 4 sicher anders formuliert: „Eine einzige Bitte habe ich an den Herrn: HOL MICH HIER RAUS!“ Wir würden um Rettung flehen! Natürlich betete auch David für seine Rettung. Doch – und das ist ganz entscheidend – David erkannte, dass er die einzig wahre Rettung nur finden konnte, wenn er die Gegenwart Gottes suchte. Nur in seiner Gegenwart und angesichts seiner Schönheit konnte er wirklich sicher und geborgen sein.

David betete also nicht nur für einen Ausweg aus seinen Schwierigkeiten – er bat Gott, dass er seine Gegenwart auch darüber hinaus und für alle Zeiten erfahren möge. Er wollte, dass seine Furcht ihn in eine noch tiefere Nähe zum Herrn hineinführte. David wollte ganz und gar vom Herrn umfangen sein.

Wenn wir Furcht und Angst verspüren, führt das dazu, dass wir uns Sorgen machen.

Die Sorgen können zu unserem ständigen Begleiter werden und möglicherweise noch größer und bedrückender werden. Sorgen sind oft vage und schwer zu definieren. Sorgen lähmen uns. Sie machen uns zögerlich und verzagt. Sorgen führen dazu, dass wir ein unberechenbares und verstörtes Verhalten zeigen. Dieses Verhaltensmuster hält oft auch dann noch an, wenn sich die Situation verbessert.
Wenn wir spüren, dass die Bedrohung nicht mehr da ist, verschwinden auch unsere Sorgen.

1 Petrus 5,7: Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.

Philipper 4,6: Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden

Das führt uns zum nächsten Punkt:

3 Wenn die Furcht zurückkehrt, suche den Herrn, indem du deinen Fokus durch ein aufrichtiges, von Herzen gesprochenes Gebet wieder auf ihn lenkst.

Psalm 27,7-9: HERR, höre meine Stimme, wenn ich rufe; sei mir gnädig und antworte mir! Mein Herz hält dir vor dein Wort: / »Ihr sollt mein Antlitz suchen.« Darum suche ich auch, HERR, dein Antlitz. Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, verstoße nicht im Zorn deinen Knecht! Denn du bist meine Hilfe; verlass mich nicht und tu die Hand nicht von mir ab, du Gott meines Heils! 

Nachdem der bekannte Bibellehrer G. Campbell Morgan einmal gepredigt hatte, kam eine Frau zu ihm und fragte: „Dr. Morgan, sollten wir über alles in unserem Leben beten oder nur über die großen Dinge?“ In seiner formellen, britischen Art versteifte sich Dr. Morgan und sagte: „Meine Dame, können Sie in Ihrem Leben irgendetwas finden, das für Gott groß ist?“

Unser Gebet kommt in Fluss, wenn wir erkennen, dass wir in allen Dingen vollkommen von Gott abhängig sind. Das Gebet stärkt unser Vertrauen zu Gott.

Kürzlich habe ich mir auf Facebook ein kurzes Video über die Bibel angesehen. Darin hieß es: Das kürzeste Kapitel in der Bibel ist Psalm 117. Das längste Kapitel in der Bibel ist Psalm 119. Psalm 118 markiert die Mitte der Bibel. 594 Kapitel stehen vor Psalm 118 und 594 Kapitel danach. Ich glaube, es ist kein Zufall, dass diese Verse in der Mitte der Bibel stehen.

Psalm 118,8: Es ist gut, auf den HERRN vertrauen und nicht sich verlassen auf Menschen.

Angesichts dessen, wie instabil alles in der Welt ist, sind sie so wichtig! Aber auch die nächsten beiden Verse sind wichtig.

Psalm 118,9-10: Es ist gut, auf den HERRN vertrauen und nicht sich verlassen auf Fürsten. Alle Völker umgeben mich; aber im Namen des HERRN will ich sie abwehren. 

Vertrauen allein auf den Herrn ist der Schlüssel um Angstfrei zu leben!

Das weitere Bekenntnis von David finde ich so stark, falls die Angst wieder in unser Leben auftaucht!

10 Psalm 27,10,11 u. 14: Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich, aber der HERR nimmt mich auf. HERR, weise mir deinen Weg und leite mich auf ebener Bahn um meiner Feinde willen. Harre des HERRN! Sei getrost und unverzagt und harre des HERRN!

Jesaja 40,31: Aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

4 Danksagung hilft uns, die Furcht zu überwinden und stellt den Frieden Gottes wieder her!

Wir Menschen neigen leider oft dazu, uns übermäßig mit Dingen zu beschäftigen, die zerbrochen oder fehlerhaft sind. „…Seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.“ (1 Thess. 5,18)  

Ich erinnere mich noch an ein Lied, das in meiner Kindheit in vielen Gemeinden in den USA gesungen wurde. Darin heißt es: Count your many blessings name them one by one, and it will surprise you what the Lord has done. (Zähle deine vielen Segnungen, benenne sie eine nach der anderen, und du wirst überrascht sein, was der Herr getan hat.)

Wenn ich das beherzige und anfange, alle meine Segnungen aufzuzählen, berührt es mich sehr zu sehen, was Gott schon alles getan hat, und es erfüllt mich mit der freudigen Erwartung, was er noch tun wird.

Und zu guter Letzt:

Es gibt keine einfache Formel, mit der wir die Angst überwinden können. Das ist eine Frage unseres Lebensstils. Der Weg, unsere Furcht zu überwinden, besteht darin, den Herrn zu suchen. Wenn Gott uns eine Formel gegeben hätte, würden wir von ihr Gebrauch machen und Gott bis zur nächsten Krise vergessen. Aber wir müssen den Herrn täglich suchen.

Unser Gott, der uns erlöst hat, ist der Herr über alle Umstände.

Psalm 16,8-9a: Ich weiß, dass der Herr immer bei mir ist. Ich will nicht mutlos werden, denn er ist an meinPer Seite. Darum ist mein Herz erfüllt mit Freude, und mein Mund lobt ihn mit lauter Stimme