Paul Clark

Psalm 27,10: Gib mich nicht auf, verlass mich nicht, du mein Gott und mein Retter! Wenn Vater und Mutter mich verstoßen, nimmst du, Herr, mich doch auf.

Römer 8,15: Er hat euch vielmehr zu Gottes Söhnen und Töchtern gemacht. Jetzt können wir zu Gott kommen und zu ihm sagen: »Abba, lieber Vater!« 

Das Buch von Karin Arndt: Der erste Mann in meinem Leben. Töchter sprechen über ihre Väter.  Frauen haben in Briefform aufgeschrieben, was sie ihren Vätern schon immer sagen wollten. Die meisten Frauen, die Karin Arndt für dieses Buch interviewte, hatten Angst, offen über ihre Vaterbeziehung, über ihre Vaterbindung zu sprechen, denn sie alle wussten oder spürten zumindest, wie sehr die Vaterfigur ihr späteres Leben bestimmte: Nicht zuletzt ist der Vater das heimliche, unbewusste Vorbild für die Wahl des späteren Partners. Diese Bekenntnisse von Töchtern sind aber nicht nur Schuldzuweisungen an die Väter. Es sind auch Hilferufe um Liebe und Verständnis.

Der Autor Franz Kafka in 20 Jh. schrieb einen langen Brief an seinen Vater, den er jedoch nie abschickte. Der Vater von Kafka wertet den Sohn permanent mit Worten ab. Was immer Franz sagt, wird lächerlich gemacht. Häufig verwendet der Vater dabei Ironie. Er verachtet die Interessen des Sohnes und diffamiert seine Freunde, ohne sie zu kennen. Die Regeln, die der Vater aufstellt, gelten nicht für ihn selbst. Er verlangt zum Beispiel vom Sohn perfekte Tischmanieren, benimmt sich jedoch selbst beim Essen vulgär. Die Erziehungsmethoden des Vaters sind brutal. So bestraft er Franz als Kind, indem er ihn, nur mit einem Hemd bekleidet, auf den eiskalten Balkon stellt. Dieses Erlebnis ist für den Sohn traumatisch; er vergisst es nie. Der Sohn wagt darum kaum noch zu sprechen und stottert. Ein Teufelskreis entsteht: Statt den Sohn zu dem forschen Mann zu erziehen, den er sich wünscht, treibt der Vater ihn mit seinen Methoden immer mehr in das von ihm verachtete, schwächliche Verhalten.

John Dawson schreibt: Ich glaube, dass Gott gewollt hat, dass wir total abhängig und hilflos auf diese Welt kommen, weil er die Familienzelle als einen Ort beabsichtigt hat, an dem Eltern und Kind seine Liebe demonstriert wird. Als Eltern beginnen wir, Gottes Herz gegenüber uns als seinen Kindern erst wirklich zu verstehen. Und als Kinder soll uns Gottes Liebe durch die elterliche Zärtlichkeit, Gnade und Disziplin offenbart werden. Doch was ist, wenn das Ideal nicht zustande kommt? Was ist, wenn du auf irgendeine Art und Weise durch elterliche Autorität falsch behandelt worden bist? So viele haben durch ihre Familien Verletzung und Ablehnung erfahren und das macht es ihnen schwer, Gott so zu sehen wie er wirklich ist.

Der Begriff „liebender Vater“ ist für viele Menschen problematisch. Ich kenne viele Menschen, denen es aufgrund der jahrelangen negativen Beziehung zu ihrem leiblichen Vater sehr schwerfällt, das Vaterunser zu beten. Zu viele Menschen haben ein falsches Bild von Gott. In ihrer Vorstellung ist er ein alter, zorniger Mann mit langem weißen Haar und einem Stock in der Hand, dessen größte Freude es ist, ihn all jenen, die sündigen oder Fehler machen, auf den Kopf zu schlagen

Das Wesen Gottes zu verstehen ist entscheidend, wenn wir ihn lieben, ihm dienen und ihm ähnlich werden sollen. Heute möchte ich über drei Eigenschaften von Gottes Herz sprechen, die wir verinnerlichen sollten.

1 Gottes Herz schlägt voller Liebe

Johannes 3, 16. Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. 

1 Johannes 3,1-2: Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch! Darum erkennt uns die Welt nicht; denn sie hat ihn nicht erkannt. Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen: Wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.

Psalm 139: 13- 15 Du hast alles in mir geschaffen und hast mich im Leib meiner Mutter geformt. Ich danke dir, dass du mich so herrlich und ausgezeichnet gemacht hast! Wunderbar sind deine Werke, das weiß ich wohl. Du hast zugesehen, wie ich im Verborgenen gestaltet wurde, wie ich gebildet wurde im Dunkel des Mutterleibes2.

Und seine Liebe zeigt sich darin, dass er uns zu sich zieht, dass er seine Sehnsucht nach uns in unser Leben gelegt hat. Gott macht keine Fehler, ganz gleich welche gemeinen Worte schon über dich ausgesprochen wurden.

2 Gottes Herz entzündet einen hellen Schein

Die Hirten draußen auf dem Feld sahen plötzlich ein helles Licht. Jesus selbst sagt ich bin das Licht der Welt.

Johannes 14, 7: Wenn ihr mich wirklich kennt, werdet ihr auch meinen Vater kennen. Ja, ihr kennt ihn schon jetzt und habt ihn bereits gesehen!« 

Jesus sagte: Ich und der Vater sind eins!

2 Korinther 4, 6: Denn Gott, der sprach: »Es werde Licht in der Finsternis«, hat uns in unseren Herzen erkennen lassen, dass dieses Licht der Glanz der Herrlichkeit Gottes ist, die uns im Angesicht von Jesus Christus sichtbar wird.

Die antike Welt lag in der Finsternis. Die alten Götter hatten ausgedient.

1 Johannes 1, 5 u. 7: Das ist die Botschaft, die er uns gegeben hat, damit wir sie euch weitersagen: Gott ist Licht; in ihm ist keine Finsternis. Doch wenn wir wie Christus im Licht Gottes leben, dann haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut von Jesus, seinem Sohn, reinigt uns von jeder Schuld. 

Wir haben jetzt eine Richtung und Klarheit für unser Leben, auch wenn in unserer Vergangenheit vieles nicht gut gelaufen ist. Ich mag die zweite Strophe des Hillsong-Lieds „Was für ein Gott“: Deine Kraft lebt in mir, zeigt mir meinen Weg, dein Wort leuchtet hell und klar. Ich bin erlöst, wiederhergestellt und befreit durch deinen Geist.

Paul Ch. Donders: Es braucht eine versöhnte Vergangenheit und eine von Hoffnung geprägte Zukunft als Basis für ein erfülltes Heute.

Dein Anfang bestimmt nicht dein Ende!

3 Gottes Herz schafft Vertrauen

Psalm 33,21: Unser Herz freut sich des Herrn und wir trauen seinem heiligen Namen

Menschen, die Gott erfahren haben trauen ihm. Sie haben ein nahezu unerschütterliches Vertrauen gewonnen, das sie an Gott festhalten lässt. Im Lauf der Jahre habe ich einige solcher Menschen kennengelernt. Manche haben schwere Krankheiten durchgemacht, aber dennoch nie aufgehört, Gott von ganzem Herzen zu vertrauen.

Neulich schrieb ein Pastor in Facebook, wie er und seine Familie jahrelang buchstäblich durch die Hölle gingen. Sie waren völlig zerbrochen, doch sie hielten die ganze Zeit über unerschütterlich an Gott fest, und schließlich erlebten sie Befreiung und völlige Wiederherstellung.

Psalm 30, 6 HFA: Wenn wir am Abend noch weinen und traurig sind, so können wir am Morgen doch wieder vor Freude jubeln. 

Blaise Pascal: Es ist nicht auszudenken, was Gott aus den Bruchstücken unseres Lebens machen kann, wenn wir sie ihm ganz überlassen.

Durch solche Erfahrungen können wir Gottes Herz vertrauen. Auch wenn wir versagen, haben wir einen himmlischen Vater, der uns liebt und korrigiert. Genauso hat mich auch mein leiblicher Vater stets korrigiert und geliebt, wenn ich etwas falsch gemacht hatte, und danach war dann wieder alles in Ordnung.

Der Verlorene Sohn aus der Bibel rebellierte gegen Gott. Hier siehst Du Gottes Liebe pur: Lukas 15,20:  So kehrte er zu seinem Vater nach Hause zurück. Er war noch weit entfernt, als sein Vater ihn kommen sah. Voller Liebe und Mitleid lief er seinem Sohn entgegen, schloss ihn in die Arme und küsste ihn. 

Gottes Herz zu kennen, schafft echtes Vertrauen. Ich hoffe, dass dein und mein Vertrauen auf Gottes Herz immer mehr zunimmt und tiefer geht als je zuvor.

Baxter Kruger schrieb: Die Sünde geht weit über Ungehorsam hinaus. Das schwerwiegendste Problem der Sünde ist, dass sie uns unfähig macht, den Vater und das Herz des Vaters zu kennen. Sie macht uns so blind, dass es uns unmöglich ist, das Angesicht des Vaters zu sehen.

Wir haben Gottes Vergebung erlebt und vertrauen deshalb auf sein Herz. Dadurch können wir auch anderen Menschen vergeben

Zum Schluss

Wir dürfen Gott „Abba, Vater“ nennen! Das bedeutet, dass wir eine sehr enge und persönliche Beziehung mit unserem himmlischen Vater haben können

Psalm 68,6: Ein Vater der Waisen und ein Helfer der Witwen ist Gott in seiner heiligen Wohnung,

Gottes Vaterherz zeigt sich auf vielfältige Weise. Die Frage ist, wie wir damit umgehen. Wir sind herausgefordert, auf die Liebe Gottes mit Vertrauen zu reagieren.  Selbst die engste und liebevollste Beziehung mit einem weltlichen Vater lässt sich nicht mit der alles übersteigenden Liebe unseres himmlischen Vaters vergleichen, der uns kennt, wie uns nie ein anderer Mensch kennen wird.

Wir können das Herz des Vaters kennen und wir können das Herz des Vaters haben. Wir können das Herz des Vaters kennen und wissen, dass wir ihm gehören, und wir können andere lieben, weil wir nicht für die Liebe, sondern in seiner Liebe, im Herzen des Vaters leben.

Wenn wir das Herz Gottes kennen, können wir erfahren, was der Psalmist schrieb: Psalm 131:2: Ich bin zur Ruhe gekommen. Mein Herz ist zufrieden und still. Wie ein Kind in den Armen seiner Mutter, so ruhig und geborgen bin ich bei dir!

Gebet: Gott, hilf du uns von Herzen zu begreifen wie stark deine Liebe ist!