Paul Clark

Der Jakobusbrief geht an Jüdische Christen in nicht Jüdische Städte und Regionen. Aber, der Brief ist für alle Christen und geht an örtliche Gemeinden.

Der Brief erinnert an die alttestamentliche Spruchweisheit und enthält viele Bezugnahmen auf das A.T.

Der Brief hat viele Ähnlichkeiten mit der Bergpredigt Jesu. Die praktischen Auswirkungen des Evangeliums im Leben des Glaubenden werden herausgestellt.

In Kapitel 3 geht es ebenfalls um zwei Hauptthemen: Die Macht der Zunge und Von Gott gewollte Weisheit. Ich benutze hier die Hoffnung-für-alle-Übersetzung.

Die gefährliche Macht der Worte

1) Liebe Brüder und Schwestern! Es sollten sich nicht so viele in der Gemeinde um die Aufgabe drängen, andere im Glauben zu unterweisen. Denn ihr wisst ja: Wir, die andere lehren, werden von Gott einmal nach besonders strengen Maßstäben beurteilt. 

Nicht jeder sollte vor Publikum stehen oder andere Menschen lehren.

Wem Verantwortung übertragen wird, von dem wird auch mehr erwartet. Deshalb sagte Paulus, man sollte nicht neu im Glauben sein und die Fähigkeit besitzen zu lehren.

Es geht nicht nur um Kopfwissen, sondern vielmehr um Herzenserfahrung.)

Lehre darf nicht nur theoretisch sein. In Vers 14 sagte Jakobus, dass manche Christen in der Gemeinde eine falsche Einstellung hatten. Sie wollten lehren, weil sie Anerkennung suchten oder ein großes Geltungsbedürfnis

14) Seid ihr aber gehässig, voller Neid und Streitsucht, dann braucht ihr euch auf eure angebliche Weisheit nichts einzubilden. In Wirklichkeit verdreht ihr so die Wahrheit. 

Im Weiteren geht es um die Zunge.

2) Und machen wir nicht alle immer wieder Fehler? Wem es freilich gelingt, nie ein verkehrtes Wort zu sagen, den kann man als vollkommen bezeichnen. Denn wer seine Zunge im Zaum hält, der kann auch seinen ganzen Körper beherrschen. 

Nobody is perfect! Niemand ist perfekt, aber wir alle haben Vergebung. Wenn wir wissen, dass wir aus der Vergebung leben, wird uns das vor Hochmut bewahren.

Der Kirchenvater Johannes von Kreuz (1500): Die Zunge zu beherrschen, ist besser als zu fasten bei Wasser und Brot.

Nebenbei: Selbstbeherrschung ist eine Frucht des Heiligen Geistes.

Sprüche 10,19: Wo viel Worte sind, da geht’s ohne Sünde nicht ab; wer aber seine Lippen im Zaum hält, ist klug.

3) So legen wir zum Beispiel den Pferden das Zaumzeug ins Maul. Damit beherrschen wir sie und können das ganze Tier lenken. 4 Und selbst bei den Schiffen, die nur von starken Winden vorangetrieben werden können, bestimmt der Steuermann die Richtung mit einem kleinen Ruder.

Die Zunge ist kleiner als die meisten anderen unserer Körperteile. Aber sie hat enorme Power!

Aber gemeinsam mit Lippen und Kehlkopf sie ist verantwortlich für die Sprache. 

Dass die Zunge eine große Macht hat, haben bereits die alten Philosophen erkannt. Deshalb lehrte z.B. Sokrates seine Schüler das sog. dreifache Sieb zu beachten:

  • Das Sieb der Wahrheit. Bevor man etwas weitererzählt oder überhaupt redet, muss es durch das Sieb der Wahrheit gehen.
  • Das Sieb der Güte. Ist das, was man sagt oder weitererzählt, gut und kommt es aus einer gütigen Gesinnung?
  • Das Sieb der Notwendigkeit. Ist es nötig, etwas Bestimmtes zu sagen oder weiter zu erzählen?

5-6) Genauso ist es mit unserer Zunge. So klein sie auch ist, so groß ist ihre Wirkung! Ein kleiner Funke setzt einen ganzen Wald in Brand. Mit einem solchen Feuer lässt sich auch die Zunge vergleichen. Sie kann eine ganze Welt voller Ungerechtigkeit und Bosheit sein. Sie vergiftet uns und unser Leben, sie steckt unsere ganze Umgebung in Brand, und sie selbst ist vom Feuer der Hölle entzündet. 

Sprüche 13,3: Wer seine Zunge hütet, bewahrt sein Leben; wer aber mit seinem Maul herausfährt, über den kommt Verderben. Epheser 4,29: Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Gnade bringe denen, die es hören.

Ein Mongolisches Sprichwort: In einen guten Wort ist für drei Winter Wärme: ein böses Wort verletzt wie sechs Monate Frost.

Denken wir nur einmal an jemanden wie Adolf Hitler, der so großen Hass mit seinen Worten entfacht hat. Dadurch wurde so viel zerstört!

Ich schäme mich für meinen Präsidenten Donald Trump, der mit seinen zerstörerischen Worten sowohl in meinem Land als auch auf der ganzen Welt so viel Unheil anrichtet. Statt Menschen mit unterschiedlicher Sichtweise zusammenzubringen, führt er noch mehr Spaltung herbei. Ich bete jeden Tag für ihn, dass Gott sein Herz berührt.

Sprüche 15,1: Eine linde Antwort stillt den Zorn; aber ein hartes Wort erregt Grimm.

Wir brauchen viel mehr heilsame Worte – nicht nur in der Politik, sondern auch an unserem Arbeitsplatz und in unseren Familien.

Dein Herz zeigt sich in deinen Worten.

Deine Worte zeigen sich in Deinen Taten.

Deine Taten werden zu deinen Gewohnheiten.

Deine Gewohnheiten werden zu deinen Moralvorstellungen

Mutter Teresa: Ein freundliches Wort kann kurz sein, aber sein Echo ist endlos.

7) Die Menschen haben es gelernt, wilde Tiere, Vögel, Schlangen und Fische zu zähmen und unter ihre Gewalt zu bringen. 8 Aber seine Zunge kann kein Mensch zähmen. Ungebändigt verbreitet sie ihr tödliches Gift. 

Sprüche 18,21: Tod und Leben stehen in der Zunge Gewalt; wer sie liebt, wird von ihrer Frucht essen.

Die Worte Jesu! Matthäus 12,26: Ich sage euch aber, dass die Menschen Rechenschaft geben müssen am Tage des Gerichts von jedem nichtsnutzigen Wort, das sie reden.  Das sollte uns abschrecken!

9-10) Mit unserer Zunge loben wir Gott, unseren Herrn und Vater, und mit derselben Zunge verfluchen wir unsere Mitmenschen, die doch nach Gottes Ebenbild geschaffen sind. Segen und Fluch kommen aus ein und demselben Mund. Aber genau das, meine lieben Brüder und Schwestern, darf nicht sein!

Die Zunge kann uns näher zu Gott bringen! Sie ist notwendig, damit wir uns für Jesus entscheiden können

Römer 10,9 Denn wenn du mit deinem Munde bekennst, dass Jesus der Herr ist, und glaubst in deinem Herzen, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet.

Ich finde es sehr interessant, dass die Urgemeinde an Pfingsten anfing, in Zungen zu reden. Ich glaube, das hat eine große Bedeutung!

1 Korinther 14, 2, 4a, u. 15: Wenn nämlich jemand in unbekannten Sprachen redet, dann spricht er nicht zu Menschen, denn niemand versteht ihn. Er spricht zu Gott, und was er durch Gottes Geist redet, bleibt ein Geheimnis. Wer in unbekannten Sprachen redet, stärkt seinen persönlichen.  ich will beten mit dem Geist, aber ich will auch beten mit dem Verstand; ich will lobsingen mit dem Geist, aber ich will auch lobsingen mit dem Verstand. 

In Zungen zu beten stärkt meinen Glauben. Manche Anliegen sind für mich so groß, dass ich keine Worte finde, um auf Deutsch oder Englisch dafür zu beten. Im Geist zu beten stärkt mich sehr!

Gott möchte dieses Körperteil, das so viel Unheil bewirken kann, verändern, sodass wir unter seiner Herrschaft damit Gutes tun können. Das Wirken des Heiligen Geistes stärkt uns und schenkt uns ein weiches und reines Herz. Und wer ein reines Herz hat, wird keine bösen, verletzenden Worte benutzen!

11-12) Fließt denn aus einer Quelle gleichzeitig frisches und ungenießbares Wasser? Kann man Oliven von Feigenbäumen pflücken oder Feigen vom Weinstock? Ebenso wenig kann man aus einer salzigen Quelle frisches Wasser schöpfen.

Lukas 6, 45: Wenn ein guter Mensch spricht, zeigt sich, was er Gutes in seinem Herzen trägt. Doch ein Mensch mit einem bösen Herzen kann auch nur Böses von sich geben. Denn wovon das Herz erfüllt ist, das spricht der Mund aus!«

Wir haben kein Problem mit unserem Mund, sondern mit unserem Herzen.

Herr, wirke du in meinem Innersten! Berühre mein Herz. Mein Gebet sollte lauten wie das von David in Psalm 51, wo er Gott bat: „Schaffe in mir ein reines Herz.“

Zwei Arten von Weisheit

13) Hält sich jemand von euch für klug und weise? Dann soll das an seinem ganzen Leben abzulesen sein, an seiner Freundlichkeit und Güte. Sie sind Kennzeichen der wahren Weisheit. 

Weisheit ist zweigeteilt: man hat viel zu sagen und man sagt es nicht!

Sprüche 2,6: Denn der HERR gibt Weisheit, und aus seinem Munde kommt Erkenntnis und Einsicht.

Unser Gebet! Epheser 5,15-16: So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht als Unweise, sondern als Weise, und kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse.

Sprüche 13,10: Unter den Übermütigen ist immer Streit; aber Weisheit ist bei denen, die sich raten lassen.

14) Seid ihr aber gehässig, voller Neid und Streitsucht, dann braucht ihr euch auf eure angebliche Weisheit nichts einzubilden. In Wirklichkeit verdreht ihr so die Wahrheit. 

C.S. Lewis: Neid ist unersättlich. Je mehr man ihn nährt, desto mehr verlangt er.

Das Ergebnis einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung in Deutschland. Zwei Drittel der Leute sind neidisch auf andere. Jeder Zweite versucht, das Gefühl der Missgunst zu unterdrücken. Neid greift aber auch die Gesundheit an.

15-16) Eine solche Weisheit kann niemals von Gott kommen. Sie ist irdisch, ungeistlich, ja teuflisch. Wo Neid und Streitsucht herrschen, da gerät alles in Unordnung; da wird jeder Gemeinheit Tür und Tor geöffnet. 

Hier ist die Antwort!

17) Die Weisheit aber, die von Gott kommt, ist vor allem aufrichtig; außerdem sucht sie den Frieden, sie ist freundlich, bereit nachzugeben und lässt sich etwas sagen. Sie hat Mitleid mit anderen und bewirkt Gutes; sie ist unparteiisch, ohne Vorurteile und ohne alle Heuchelei

Diese Eigenschaften der Weisheit sind sehr bedeutungsvoll. Ich würde sie „Gottes 10-Punkte-Plan für Erfolg und Glück“ nennen. Da wollen wir alle hin!

Wenn Gottes Weisheit dein Leben prägt und durchdringt, ist es dir gleichgültig, wenn dein Schwager einen neuen Maserati fährt, während du dich mit einem alten Fiat Punto zufrieden geben musst. Wenn du dir deiner Stellung im Herrn sicher bist und Gottes Weisheit dein Herz bewahrt, wirst du nicht mehr neidisch sein

Wenn wir einen Menschen bedingungslos lieben, dann neiden wir ihm nicht den Segen. Wir freuen uns mit ihm!

18) Nur wer selbst Frieden stiftet, wird die Gerechtigkeit ernten, die dort auf geht, wo Frieden herrscht.

Die Worte Jesu aus der Bergpredigt. Matthäus 5,9: Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.

Lass dich bei der Arbeit oder in deiner Familie nicht auf Streitigkeiten ein, für die es keine Lösung gibt. Möge Gott dir helfen, ein Friedensstifter zu sein.

Frieden im Sinne von Schalom kann sich nur ausbreiten, wenn wir uns aktiv mit Gottes Wort beschäftigen und vor allem, indem wir uns bewusst im Gebet dem Wirken des Heiligen Geistes aussetzen. Denn Friede ist eine Frucht des Heiligen Geistes. Das hebräische Wort „Schalom“ meint tatsächlich einen Frieden, den wir naturgemäß nicht in uns selbst finden. Wir können diesen Schalom nur empfangen – einen Frieden, der zugleich Glückseligkeit bedeutet. 

Zum Schluss

Unser Gebet sollte lauten: Hilf uns, unsere Zunge im Zaum zu halten. Schenke uns ein reines Herz und bewahre unser Herz vor Bitterkeit, Neid und Streit.

Psalm 19,15: Lass die Reden meines Mundes und das Sinnen meines Herzens wohlgefällig vor dir sein, HERR, mein Fels und mein Erlöser!

Lieber Jesus, schenk uns Weisheit – Weisheit die von dir kommt! AMEN!