Paul Clark

Das Gericht über die Reichen

1 Nun zu euch, ihr Reichen! Weint und klagt über all das Elend, das über euch hereinbrechen wird! 2 Euer Reichtum verrottet, und die Motten zerfressen eure kostbaren Kleider. 3 Euer Gold und Silber verrostet, und ihr Rost wird euch anklagen. Ja, ihr werdet selbst vergehen wie euer Reichtum. Warum habt ihr euch – jetzt, wo die letzten Tage dieser Welt angebrochen sind – bloß Schätze angehäuft?

Jakobus berichtet davon, wie überzeugt die Christen in der frühen Gemeinde waren, dass der Herr in ihrer Generation wiederkommen würde. Jede Generation von Christen hat zu Recht geglaubt, dass der Herr im Lauf ihrer Lebenszeit wiederkommen könnte oder würde. Die frühen Christen begrüßten einander mit dem Wort „Maranatha“, was bedeutet „der Herr kommt bald“.

Den folgenden Text schrieb jemand über die Zeit, in der wir heute leben:

Unbekannt: Wir haben hohe Gebäude, aber eine niedrige Toleranz, breite Autobahnen, aber enge Ansichten. Wir verbrauchen mehr, aber haben weniger, machen mehr Einkäufe, aber haben weniger Freude. Wir haben größere Häuser, aber kleinere Familien, mehr Bequemlichkeit, aber weniger Zeit, mehr Ausbildung, aber weniger Vernunft, mehr Kenntnisse, aber weniger Menschenverstand, mehr Experten, aber auch mehr Probleme, mehr Medizin, aber weniger Gesundheit. Wir rauchen zu stark, wir trinken zu viel, wir geben verantwortungslos viel aus, wir lachen zu wenig, fahren zu schnell, regen uns zu schnell auf, gehen zu spät schlafen, stehen zu müde auf; wir lesen zu wenig, sehen zu viel fern, beten zu selten. Wir haben unseren Besitz vervielfacht, aber unsere Werte reduziert. Wir sprechen zu viel, wir lieben zu selten und wir hassen zu oft. Wir wissen, wie man seinen Lebensunterhalt verdient, aber nicht mehr, wie man lebt.

Einige bedeutende Worte, die Jesus in der Bergpredigt zu seinen Jüngern sagte, lauten:

Matthäus 6, 19-21: ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo Motten und Rost sie fressen und wo Diebe einbrechen und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motten noch Rost sie fressen und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen.  Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. 

4-6 Die Reichen werden weiter angeklagt, aber Gott allein wird richten. Das ist ein Thema, das Jakobus in seinem Brief mehrmals anspricht. Er möchte, dass jene, die reich sind, nicht nur an sich selbst denken. Gott ist gerecht und hat die alleinige Herrschaft, und er wird uns danach richten, wie wir leben.

Mahnung zur Geduld

Kontext dieser Verse geht es um die Wiederkunft Jesu. Jakobus weist die Christen seiner Zeit an, geduldig zu sein, bis der Herr wiederkommt.

7 Meine Brüder und Schwestern, wartet geduldig, bis der Herr kommt. Muss nicht auch der Bauer mit viel Geduld abwarten, bis er die kostbare Ernte einfahren kann? Er weiß, dass die Saat dazu den Herbstregen und den Frühlingsregen braucht. 8 Auch ihr müsst geduldig sein und dürft nicht mutlos werden, denn der Herr kommt bald. 

Die Wiederkunft Jesu

Fast alle christlichen Gemeinden und Gelehrten stimmen darin überein, dass die Christen in der frühen Gemeinde im 1. Jhdt. n.Chr. an ein Kommen ihres Herrn Jesus noch zu ihren Lebzeiten glaubten.

Die ganze Kirchengeschichte hindurch gab es immer wieder Gruppen von Christen, die glaubten, genau zu wissen, wann der Herr wiederkommt. Sie setzten dafür irrtümlicherweise ein bestimmtes Datum fest. Manche von ihnen verkauften alles, was sie hatten, und gingen auf einen Berg, um dort auf die Ankunft des Herrn zu warten. Ich hörte sogar einmal von einem Buch, dessen Titel lautet: „88 Gründe, warum Jesus 1988 wiederkommen wird“. Später schrieb der Autor ein weiteres Buch, in dem er ein anderes Datum vorhersagte. Aber das Wort Jesu ist hier sehr klar.

Matthäus 24,36-42 Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater. Denn wie es in den Tagen Noahs war, so wird auch sein das Kommen des Menschensohns. Denn wie sie waren in den Tagen vor der Sintflut – sie aßen, sie tranken, sie heirateten und ließen sich heiraten bis an den Tag, an dem Noah in die Arche hineinging; Dann werden zwei auf dem Felde sein; der eine wird angenommen, der andere wird preisgegeben.  Zwei Frauen werden mahlen mit der Mühle; die eine wird angenommen, die andere wird preisgegeben. Darum wachet; denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt

In 1.Thessaloicher 4,13-18 spricht Paulus ausführlich über die Entrückung. Da heißt es:

1.Kor.15.51+52:  „Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, und das plötzlich, in einem Augenblick, beim letzten Posaunenstoss. Denn Er wird posaunen, und die Toten werden auferweckt werden, unvergänglich, und wir werden verwandelt werden.“

Das im Neuen Testament für die Wiederkunft des Herrn meistgebrauchte (griechi­sche) Wort heisst “parousia” und bezeichnete im weltlichen Sprachgebrauch die Ankunft eines Herrschers zu einem offiziellen Besuch. Das gleiche Wort wird auch gebraucht für das Kommen des Herrn auf den Ölberg am Ende der grossen Trübsal. Bei der Wiederkunft des Herrn für die Gemeinde (Entrückung) kommt Er nicht bis auf die Erde, sondern wir werden verwandelt und Ihm entgegengerückt in die Wolken.

Nur der Vater weiß, wann Jesus wiederkommt. Als Christen sollten wir mit der Haltung leben, dass das jeden Moment passieren kann. Das bedeutet, dass unser Leben in Ordnung sein, dass wir ein heiliges Leben führen sollten. Gleichzeitig sollten wir planen und für den Herrn wirken, als würde seine Wiederkehr nicht während unserer Lebenszeit stattfinden. Wir haben die Aufgabe, jedem Mann und jeder Frau vom Evangelium zu erzählen, solange es noch Tag ist. Wir sind Gottes Hände und Füße auf dieser Erde, bis Jesus wiederkommt.

Wir wissen nicht nur was kommt, wir wissen wer kommt!

10 Nehmt euch ein Beispiel an den Propheten, die im Auftrag des Herrn gesprochen haben. Wie vorbildlich und mit welcher Geduld haben sie alle Leiden ertragen! 11 Menschen, die so standhaft waren, sind wirklich glücklich zu schätzen. Zu ihnen sehen wir auf. Denkt doch nur an Hiob! Ihr habt alle schon gehört, wie geduldig er sein Leiden ertragen hat. Und ihr wisst, dass der Herr alles zu einem guten Ende führte. Er ist voller Barmherzigkeit und Liebe. 

Wie sieht deine Lebenssituation gerade aus? Machst du gerade eine schwere Zeit durch? Gibt es Schwierigkeiten in deinem Leben, die du nicht verstehst? Dann findest du hier einige Bibelverse, die dir helfen können:

Psalm 34, 20-21:  Der Gerechte muss viel leiden, aber aus alledem hilft ihm der HERR. Er bewahrt ihm alle seine Gebeine, dass nicht eines von ihnen zerbrochen wird. 

2 Korinther 4,8-9: Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht.  Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. 

2 Korinther 4, 17-18: Denn unsre Bedrängnis, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit, uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig.

Die Wiederkunft Jesus ist unsere Hoffnung!

Christen, die nicht mehr wirklich mit der Wiederkunft Jesu rechnen, verlieren in ihrer Gegenwart den Blick für die Wirklichkeit Gottes. Ein christlicher Glaube ohne Zukunftshoffnung wird saft- und kraftlos und verkommt zu einer reinen Moralvorstellung, zur Lehre vom guten Menschen.

Kirchenvater Augustinus: Des Christen Tod ist nicht der Untergang eines guten, es ist der Aufgang eines besseren Lebens.

12 Um eines möchte ich euch vor allem noch bitten, meine Brüder und Schwestern: Schwört nicht, weder beim Himmel noch bei der Erde noch bei sonst etwas! Wenn ihr »Ja« sagt, dann muss man sich darauf verlassen können. Und wenn ihr »Nein« sagt, dann steht auch dazu. Sonst müsst ihr euch vor Gottes Gericht dafür verantworten.

Jakobus geht es mit dem Bergprediger vor allen Dingen darum, daß man sich auf uns und unsere Worte verlassen kann, daß unser JA auch wirklich ein JA und unser NEIN auch ein NEIN ist. Christen sollen also Menschen sein, auf deren Wort man sich verlassen kann und die nicht nach dem Motto leben: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern!

Das Gebet für Kranken

13 Leidet jemand unter euch? Dann soll er beten! Hat einer Grund zur Freude? Dann soll er Gott Loblieder singen. 

Römer 14,15: Freut euch mit den Fröhlichen, weint mit den Weinenden.

Wenn unsere Brüder und Schwestern leiden, gibt es oft keine einfache Antwort auf die Frage nach dem Warum. Manchmal können wir sie nur in die Arme nehmen und mit ihnen weinen. In schwierigen Zeiten gibt es nicht viele Worte, die wir sagen können. Es ist viel einfacher, sich mit jenen zu freuen, die glücklich sind, als mit jenen zu trauern, die traurig sind. Dennoch können wir in jeder schwierigen Situation beten und Gott für einen Durchbruch glauben!

14 Wenn jemand von euch krank ist, soll er die Gemeindeleiter zu sich rufen, damit sie für ihn beten und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. 15 Wenn sie im festen Vertrauen beten, wird der Herr den Kranken heilen. Er wird ihn aufrichten und ihm vergeben, wenn er Schuld auf sich geladen hat. 

Wenn wir im Namen Jesu beten, ist es Jesus allein, der uns heilt. Wir haben keine Kraft in uns, aber wir können im Namen Jesu beten. Tatsache ist: Wenn wir beten, werden nicht alle Menschen geheilt. Dafür gibt es keine einfache Erklärung. In der Vergangenheit gab es einige völlig falsche Lehren, die besagten, dass jemand, der nicht geheilt wird, nicht genug Glauben hat oder dass es Sünde in seinem Leben gibt. Das ist nicht wahr. Wir können nur beten und müssen es dem Herrn überlassen, was dann weiter passiert.

Der Apostel Paulus, der große Werke für den Herrn tat, bat ihn, den Dorn in seinem Fleisch wegzunehmen. Wir wissen nicht, was dieser Dorn war, aber er machte ihm das Leben sehr schwer. Es scheint, dass Gott Paulus nie geheilt oder den Dorn weggenommen hat. Dennoch bezeugte Paulus die Kraft, die Gott ihm gab:

2 Korinther 12, 9: Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf dass die Kraft Christi bei mir wohne. 

Rick Warren: Ihm Nachzufolgen, wenn dein Herz zerbricht bedeutet größeren Glauben, als ihn zu preisen, wenn dein Herz singt.”

16a Bekennt einander also eure Sünden und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet.

Wenn wir unsere Sünden bekennen, bedeutet das Heilung für unsere Seele. In der Bibel wird immer wieder erwähnt, dass die Vergebung der Sünden Freiheit bringt. Im Alten Testament lesen wir, dass auch David diese Freiheit erfuhr.

Psalm 32,2-4: Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedeckt ist! Wohl dem Menschen, dem der HERR die Schuld nicht zurechnet, in dessen Geist kein Falsch ist! Denn da ich es wollte verschweigen, erschmachteten meine Gebeine durch mein tägliches Klagen. Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir, dass mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird.

16b Denn das Gebet eines Menschen, der nach Gottes Willen lebt, hat große Kraft. 17 Elia war ein Mensch wie wir. Er betete inständig, es möge nicht regnen, und tatsächlich fiel dreieinhalb Jahre kein Wassertropfen auf das Land. 18 Dann betete er um Regen. Da öffnete der Himmel seine Schleusen, und die Erde wurde grün und brachte wieder ihre Früchte hervor. 

Luther: 16b Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist. 

Es ist schön zu sehen, dass Gott schon viele Gebete der FCG Bregenz beantwortet hat. Aber unsere Gebete werden nicht immer sofort erhört. Manchmal müssen wir eine lange Zeit darauf warten.

Verantwortung für die Irrenden

19 Liebe Brüder und Schwestern! Wenn jemand von euch vom rechten Weg abkommt und ein anderer bewegt ihn zur Umkehr, 20 dann darf dieser sicher sein: Wer einen Sünder von seinem falschen Weg abbringt, der hat diesen Menschen vor dem Verderben gerettet, denn Gott hat ihm alle seine Sünden vergeben.

Judas 1,22-23, Und erbarmt euch derer, die zweifeln; andere reißt aus dem Feuer und rettet sie; anderer erbarmt euch in Furcht, wenn ihr auch das Gewand hasst, das befleckt ist vom Fleisch. 

Wir haben die Verantwortung, Christen zu helfen, die vom Glauben abgekommen sind. Wenn uns auffällt, dass jemand nicht mehr regelmäßig in den Gottesdienst kommt, müssen wir uns um diese Person kümmern. Das ist oft ein Zeichen dafür, dass jemand geistlich nicht mehr auf dem richtigen Weg ist. Manchmal fällt ein Bruder oder eine Schwester in Sünde. Dann müssen wir sie ermutigen und für sie beten, damit sie ihren Weg zurück zu Gott finden. Nicht nur der Pastor oder die anderen Leiter sind dafür verantwortlich, Menschen zu helfen, deren Glauben erschüttert ist.

Wir sollten gemäß den Wahrheiten in Jakobus 5 beten:

  1. Gott, hilf uns, Schätze im Himmel zu sammeln.
  2. Gott, wir sind dankbar und freuen uns auf die Wiederkunft Jesu.
  3. Gott, wir sind dankbar, dass du uns durch harte Zeiten hindurchträgst.

4. Wir wollen im Glauben im Gebet ausharren und nie aufhören, für die Nöte unserer Mitmenschen zu beten.