„Er sprach: Ich habe geeifert für den Herrn, den Gott Zebaoth.“ (1. Könige 19,10)

Elia hat einen völligen Tiefpunkt in seinem Leben erreicht. Nachdem er die Propheten Baals zweimal großartig durch den Herrn besiegt hat, bangt er nun um sein Leben und flieht; Isebel ist fest entschlossen, ihn töten zu lassen. Obwohl sein Herzenswunsch  immer gewesen war, Gott in allem treu zu dienen, versteckt er sich nun in einer Felsenhöhle und schreit seine Not laut heraus. In seiner Verzweiflung meint er sogar, der Einzige in Israel zu sein, der noch dem wahren Gott dient.

Wir alle, die wir Gott von ganzem Herzen treu dienen wollen, fragen uns vielleicht auch manchmal, ob sich all die Zeit, Energie und Finanzen, die wir in das Reich Gottes investieren, eigentlich lohnen. Vielleicht meinen wir auch, dass wir zu den Wenigen gehören, die sich überhaupt in die Gemeinde einbringen, während die Mehrzahl der Geschwister sich entspannt zurücklehnt und zuschaut, wie durch andere die Arbeit erledigt wird. Ich habe von vielen Pastoren gehört, dass in der Tat achtzig Prozent der Arbeiten in der Gemeinde von zwanzig Prozent der Gemeindemitglieder geleistet wird. Wenn wir dann auch noch sehr wenig Frucht in Relation zu all unseren Bemühungen sehen, kann es schon einmal dazu kommen, dass wir wie Elia mutlos werden.

Elia darf seine Verzweiflung zum Ausdruck bringen. Gott nimmt sein Anliegen sehr ernst, ohne ihn zu verurteilen oder zu richten. Gleichzeitig schafft er einen Ausweg – und das will er auch für uns tun. Er offenbart sich auf eine ganz persönliche Art durch „ein stilles, sanftes Sausen.“ In solchen Momenten der Stille will Gott unser Herz neu berühren, beruhigen und zu uns sprechen: „Ich bin bei dir, und alles wird wieder in Ordnung kommen.“ Es ist wunderbar zu sehen, dass nach einer – in Elias Augen – so großen Niederlage der Herr ihn erquickt und auch wieder für den Dienst aufrichtet.

Wenn wir durch ein tiefes Lebenstal gegangen sind, ist Gott immer bereit, uns neu zu motivieren und – genau wie bei Elia – Möglichkeiten zu neuem Dienst und Auftrag zu schenken. Nachdem Elia aus seinem Versteck herausgekommen ist, salbt er kurze Zeit später zwei Könige und setzt einen Propheten zum Dienst ein. Gott macht Elia klar, dass es 7000 in Israel gibt, die treu dem Herrn dienen. Ist es nicht großartig zu wissen, dass wir nicht allein im Dienst stehen? Gott hat uns viele Geschwister an unsere Seite gegeben, die genau wie wir Gott treu und von ganzem Herzen dienen wollen.