Paul Clark

„Und viele kamen zu ihm und sprachen: Johannes hat kein Zeichen getan; aber alles, was Johannes von diesem gesagt hat, das ist wahr.“  (Johannes 10, 41)

In diesem Schriftabschnitt bestätigen die wahren Nachfolger Jesu, dass Johannes der Täufer in allem, was er über Jesus als Messias gesagt hatte, absolut Recht hatte. Als Johannes der Täufer Jesus zum ersten Mal sah, wusste er sofort, dass Jesus der wahre Messias ist: „Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!“ (Johannes 1,29b) In prophetischer Vorausschau konnte Johannes das gesamte Leben Jesu auf dieser Erde sehen und er konnte erkennen, dass seine Nachfolger später Kraft aus der Höhe empfangen werden: „Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, und ich bin nicht wert, ihm die Schuhe zu tragen; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.“ (Matthäus 3,11)

Johannes der Täufer war es nicht daran gelegen, große Wunder zu vollbringen. Er verstand sehr klar, dass er der Vorläufer für den König der Könige und den Herrn der Herren war. Es gab viele, die zu ihm kamen, weil sie mehr von ihm hören wollten als Predigten über Buße und das Kommen des Messias. Sie wollten Wunder sehen und dass Johannes ihre Krankheiten heilen und der Herrschaft der Römer ein Ende setzen würde. Aber er blieb seiner Berufung treu.

Es gibt eine wichtige Lektion, die wir aus dieser Schriftstelle lernen können, wenn wir den einzigartigen Dienst des Johannes und dann auch das Leben Jesu betrachten: Jeder der beiden verstand ganz klar seine ganz eigene und einzigartige Berufung vom Vater und den eigenen Dienst und lebt dieses aus! Paulus bestätigt diese Haltung in seinem Schreiben an die Gemeinde in Rom: „Denn Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen.“ (Römer. 11,29)

Reggie McNeal schreibt: „Die Berufung ist eine göttliche Inszenierung, in welcher die Person für eine spezifische Aufgabe ausgesondert wird. Die Inszenierung beginnt und endet mit Gott, aber sie fädelt sich durch ein sehr menschliches Wesen. Sie ist persönlich, aber größer als die Person.“ Du und ich sind nicht von Gott ausgewählt, um die Berufung eines anderen auszuleben. Es ist traurig, wenn Menschen begeistert sind von der Berufung, die auf dem Leben eines anderen liegt, und dann versuchen, dies für das eigenes Leben zu duplizieren. Das wird nie gut enden! Wir wollen genau wie Johannes der Täufer von Gott selbst hören und uns auf die Berufung, die er dann auf unser Leben legt, konzentrieren. Nur so können  wir und ein fruchtbringendes und authentisches Leben führen.