Ich steh an deiner Krippen hier

Paul Clark

Ich habe im Lauf der Jahre schon oft über verschiedene Themen rund um den Advent gesprochen, aber wie ich zugeben muss, ist dies das erste Mal, dass ich mich auf die Bedeutung der Krippe konzentriere, die im Lukasevangelium erwähnt wird. Lukas ist der einzige Verfasser in der Bibel, der im Neuen Testament das Wort Krippe benutzt. Und was es mit dieser Krippe auf sich hat – was Gott mit diesem Futtertrog tut –, reicht aus, um uns vor Freude hüpfen zu lassen.

Lukas 2, 6-7 In Bethlehem kam für Maria die Stunde der Geburt. Sie brachte ihr erstes Kind, einen Sohn, zur Welt. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Futterkrippe im Stall, denn im Gasthaus hatten sie keinen Platz bekommen.

Was für ein demütiger Start für den Retter der Welt. Die Krippe war nicht sehr sauber, obwohl Maria und Josef alles taten, was sie konnten, um sie zu reinigen. Denk nur an den Geruch in dem Stall und den Lärm, den die Tiere machten.

Der Engel sprach zu den Hirten auf den Feldern:

Lukas 2,12: Und daran werdet ihr ihn erkennen: Das Kind liegt, in Windeln gewickelt, in einer Futterkrippe!«

All glory breaks free – Die Herrlichkeit Gottes wird gesehen. Das ist großes Kino!

Lukas 2,13-14: Auf einmal waren sie von unzähligen Engeln umgeben, die Gott lobten: „Ehre sei Gott im Himmel! Denn er bringt der Welt Frieden und wendet sich den Menschen in Liebe zu.«

Wer die Herrlichkeit Gottes erlebt, muss etwas unternehmen. Man darf nicht passiv oder gleichgültig sein.

Die Hirten machten sich schnellstens auf den Weg zu Maria und Josef

Lukas 2, 16-18: Sie machten sich sofort auf den Weg und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Futterkrippe lag. Als sie es sahen, erzählten die Hirten, was ihnen der Engel über das Kind gesagt hatte. Und alle, die ihren Bericht hörten, waren darüber sehr erstaunt.

Der Originaltext von Paul Gerhardt Ich steh an deiner Krippen hier hat 15 Strophen. Gerhardts Gedicht wurde einige Jahre später von Johann Sebastian Bach vertont.

Paul Gerhardt lebte in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Das war für den größten Teil Europas eine ganz entsetzliche Zeit. Als wären Pest und Tod nicht bereits ausreichende und prägende Ereignisse genug – in Pauls jungem Leben – wurde am 11. April 1637 auch noch seine Heimatstadt Gräfenhainichen durch Soldaten der schwedischen Armee vollständig zerstört.  (Gräfenhainichen lag zwischen Berlin und Dresden.)

Hinzu kamen einige Tragödien in seinem persönlichen Leben. Vier seiner fünf Kinder starben schon in sehr jungen Jahren, und auch seine Frau starb nach nur zwölf Jahren Ehe. Paul Gerhardts Jahre in Wittenberg prägten ihn nachhaltig. Im Angesicht all dieser Umstände und trauriger Begebenheiten verfasste er am 26. April 1642 sein erstes Gedicht in der Lutherstadt.

Doch trotz der vielen Enttäuschungen in seinem Leben, schrieb Gerhardt zahlreiche wunderschöne Gedichte, die seinen tiefen Glauben an Gott zum Ausdruck brachten. Viele seiner Gedichte wurden zu Hymnen, die noch heute in manchen Kirchen gesungen werden.

Lasst uns ein paar Zeilen aus dem Lied Ich steh an deiner Krippen hier ansehen. In der ersten Strophe wird eine tiefe Hingabe an den Herrn ausgedrückt.

Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,
Herz, Seel und Mut, nimm alles hin
und laß dir’s wohlgefallen.

In der nächsten Strophe sehen wir, dass Gott uns kennt wie kein anderer und dass er uns in seiner Hand hält.

Eh ich durch deine Hand gemacht,
da hast du schon bei dir bedacht,
wie du mein wolltest werden.

Diese Zeilen erinnern uns daran, was David in Psalm 139, 13-15 schrieb: Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe.Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. Es war dir mein Gebein nicht verborgen, / da ich im Verborgenen gemacht wurde, da ich gebildet wurde unten in der Erde.

In den nächsten Zeilen sehen wir, was es bedeutet, den Herrn im Geist und in Wahrheit anzubeten.

Ich sehe dich mit Freuden an
und kann mich nicht satt sehen;
und weil ich nun nichts weiter kann,
bleib ich anbetend stehen.

www.liederlexikon: Die neue theologische Akzente wurden im 18. Jahrhundert durch die siebenstrophige Bearbeitung von Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf (1700–1760) gesetzt. Zinzendorf drängt die mystisch geprägten Motive zurück und stellt gleichsam neben die Krippe das Kreuz. Dieser in Gerhardts Dichtung durchaus schon angelegte Aspekt wird durch Zinzendorfs Liedfassung für die Herrnhuter Brüdergemeine verstärkt: Entscheidend bei der geistlichen Betrachtung des göttlichen Kindes ist der Zusammenhang zwischen Inkarnation und Erlösung.

Die Inkarnation

Es gibt im NT mehrere Textstellen, die in der einen oder anderen Weise von der Präexistenz Christi sprechen.

Johannes 1,14: Das Wort wurde Mensch und lebte unter uns. Wir selbst haben seine göttliche Herrlichkeit gesehen, eine Herrlichkeit, wie sie Gott nur seinem einzigen Sohn gibt. In ihm sind Gottes Gnade und Wahrheit zu uns gekommen.

Was für Gerhardt galt, gilt auch heute noch für uns: Durch die Krippe sollen wir das Kreuz sehen! Jesus blieb kein kleines kuschitisches Baby. Er hat den Heilsplan Gottes für alle Zeit erfüllt und vollendet.

Sehen wir uns noch eine letzte Strophe an:

Wann oft mein Herz im Leibe weint
und keinen Trost kann finden,
rufst du mir zu: “Ich bin dein Freund,
ein Tilger deiner Sünden.
Was trauerst du, o Bruder mein?
Du sollst ja guter Dinge sein,
ich zahle deine Schulden.”

Epheser 1, 7: Durch Christus, der sein Blut am Kreuz vergossen hat, sind wir erlöst, sind unsere Sünden vergeben. Und das verdanken wir allein Gottes unermesslich großer Gnade.

Auch Paulus zeigt uns, was es bedeutet, frei von Sünde zu sein.

Römer 6,23: Denn der Lohn der Sünde ist der Tod, die Gnadengabe8 Gottes aber ewiges Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.

John Piper: Ehre sei Gott! Der Retterliegt in einer Futterkrippe! Ehre sei Gott! Der Messiasliegt in einer Futterkrippe! Ehre sei Gott! Der Herrliegt in einem Futtertrog! „Ehre sei Gott in der Höhe!“Vom Höchsten bis zum Niedrigsten! Was für ein Gott! Was für ein Retter! Die Straße nach Golgatha führt abwärts. Nicht weil sie einfacher wird, sondern weil sie immer schwieriger wird. Das Leben des Retters begann äußerst bescheiden und endete noch bescheidener.

Philipper 2, 6-8: Obwohl er in jeder Hinsicht Gott gleich war, hielt er nicht selbstsüchtig daran fest, wie Gott zu sein. Nein, er verzichtete darauf und wurde einem Sklaven gleich: Er wurde wie jeder andere Mensch geboren und war in allem ein Mensch wie wir. Er erniedrigte sich selbst noch tiefer und war Gott gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum schändlichen Tod am Kreuz.

Sein Leben begann in schwierigeren Verhältnissen als das eines Dieners. Das ist es, wie der Retter rettet. Das ist es, wie der Messias alle Verheißungen erfüllt. Das ist es, wie der Herr regiert – von unendlicher Gottheit über den Futtertrog bis hin zu den letztendlichen Qualen am Kreuz.

Hebräer 4,15-16: Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde. Darum lasst uns freimütig hinzutreten zu dem Thron der Gnade, auf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden.

Wie gelangt man zum Glauben an Jesus Christus? Was muss man dafür tun? Manche Menschen glauben, solange sie nur in die Kirche gehen, sei alles in Ordnung. Aber nur weil du dich in deine Garage setzt, wirst du nicht zu einem Auto. Der Weg, wie wir zu Christus kommen, hat sich im Lauf der Jahrhunderte nicht verändert. Gottes Wort spricht so deutlich zu uns.

Römer 10, 9-10 u. 13: Wenn du mit deinem Mund bekennst, dass Jesus der Herr ist, und wenn du in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, wirst du gerettet werden. Denn durch den Glauben in deinem Herzen wirst du vor Gott gerecht, und durch das Bekenntnis deines Mundes wirst du gerettet. Denn »jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden«.

Als kleines Kind habe ich diese Botschaft für mich persönlich angenommen. Diese Entscheidung, könnte meine Eltern für mich nicht machen. Gott hat keine Enkelkinder!