Paul Clark

 

Wir beginnen heute, indem wir uns Psalm 118 ansehen.

Die Überschrift von Psalm 118 ist sehr interessant.

Ein Dankgottesdienst nach dem Seig.

Wir wissen nicht, wer der Autor dieses Psalms ist.

Martin Luther: Psalm 118 hat mir ganz besonders gedient. Er hat mir in vielen großen Schwierigkeiten geholfen, als weder Kaiser noch Könige und weder weise Männer noch Heilige helfen konnten.

Psalm 118,1: Dankt dem HERRN, denn er ist gut, und seine Gnade hört niemals auf! 

Unser Haupttext steht in der Mitte von vielen Versen, in denen dem Herrn Dank und Lob ausgedrückt wird.

Psalm 118, 8-9: Es ist gut, auf den HERRN vertrauen und nicht sich verlassen auf Menschen. Es ist gut, auf den HERRN vertrauen und nicht sich verlassen auf Fürsten.

Ich möchte zuerst auf die jeweils letzten Teile dieser Verse eingehen, in denen uns genau gesagt wird, worauf wir unser Vertrauen niemals setzen sollten.

Hier gibt es eine feine Grenze. Es ist nicht schlecht, anderen Menschen und unseren Politikern zu vertrauen, aber der Psalmist stellt klar, dass wir unser Vertrauen vor allem anderen auf den Herrn setzen müssen. All jene, die Christus nachfolgen, müssen ihr Vertrauen letztendlich auf ihn setzen. Ganz gleich, wie sehr ich meine Eltern, meine Frau oder meine Kinder liebe – mein größtes Vertrauen gebührt dem Herrn.

In Lukas 9 erläutert Jesus, was es bedeutet, ihm nachzufolgen. Wir müssen auf ihn vertrauen, indem wir jeden Tag unser Kreuz aufnehmen. Am Ende von Lukas 9 kommt ein Mann zu Jesus und sagt: „Ich will dir nachfolgen, wohin du mich auch führst“, aber er sagte auch:

Lukas 9, 59B-60: Herr, aber vorher lass mich noch nach Hause gehen und meinen Vater bestatten.« Da antwortete Jesus: »Überlass es den Toten, ihre Toten zu begraben. Du aber sollst dich auf den Weg machen und die Botschaft von Gottes Reich verkünden.« 

Was er damit wirklich sagte, war: „Ich muss erst warten, bis meine Eltern gestorben sind. Dann kann ich dir nachfolgen.“ So verhalten sich viele Männer und Frauen – sie wollen Gott vertrauen, aber sie setzen ihre eigenen Bedingungen dafür, wie und wann sie es tun.

Obwohl Gott allmächtig, allgegenwärtig und allwissend ist, gibt es eines, das er nicht tun kann. Er wird uns nie enttäuschen oder verlassen, wenn wir ihm nachfolgen.

Es scheint, als wäre das menschliche Dasein von immer wieder neuen Enttäuschungen geprägt. Es passiert nur allzu oft in unserem Leben, dass Menschen uns etwas versprechen, das sie dann nicht halten

Ernst Ferstl: Die größten Enttäuschungen haben ihren Ursprung in zu großen Erwartungen.

Vielleicht hat dein Arbeitgeber dir eine Beförderung versprochen, und Monate später wird dir klar, dass das nie passieren wird.

Ich habe schon oft gesehen, dass sich Menschen ineinander verliebt haben und nicht die Hände voneinander lassen konnten. Sie haben sich gegenseitig vor Zeugen ein schönes Ehegelöbnis gegeben und einander versprochen, zusammen zu bleiben, was auch passiert. Aber am Ende ist ihre Beziehung zerbrochen. Das ist sehr traurig. Statt Liebe blieb nur noch Hass, Bitterkeit und Verzweiflung.

Mir bricht das Herz, wenn ich Eltern sehe, die alles getan haben, was in ihrer Macht stand, um ihre Kinder mit Liebe und Verständnis aufzuziehen, und diese später in ihrem Leben aufgrund irgendwelcher Umstände den Kontakt zu ihnen abbrechen. Leider passiert das auch andersherum. Manchmal sind es die Eltern, die aufgrund verschiedener Umstände nichts mehr mit ihren Kindern zu tun haben wollen.

Kaum etwas schmerzt so sehr wie menschliche Enttäuschung.

Text eines Autoaufklebers: „Wir kommen nackt, nass und hungrig auf die Welt; danach wird es schlimmer.“

Friederich der Große: Je mehr ich von den Menschen sehe, um so lieber habe ich meinen Hund.

Psalm 118, 8-9: Es ist gut, auf den HERRN vertrauen und nicht sich verlassen auf Menschen. Es ist gut, auf den HERRN vertrauen und nicht sich verlassen auf Fürsten.

Was bedeutet es, Gott zu vertrauen?

  • Was bedeutet es, Gott mit meinen Beziehungen zu vertrauen?
  • Was bedeutet es, Gott mit meinem Job zu vertrauen?
  • Was bedeutet es, Gott zu vertrauen, wenn mich jemand schlecht behandelt?
  • Was bedeutet es, Gott zu vertrauen, wenn mich jemand belügt?
  • Was bedeutet es, Gott zu vertrauen, wenn ich eine sehr große Entscheidung treffen muss?

Sprüche 3, 5: Verlass dich nicht auf deinen eigenen Verstand, sondern vertraue voll und ganz dem HERRN! 

Das hört sich so einfach an. Im Grunde ist es das auch. Aber tatsächlich sind wir Sünder so veranlagt, dass wir letztendlich auf materielle Dinge und andere Menschen vertrauen, statt auf Gott. Wir schmieden immer und immer wieder Pläne und stellen dann fest, wie unsere anfängliche Begeisterung zu- oder abnimmt, je nach dem, ob der Plan klug erscheint oder nicht.

Brad Archer: Wenn wir uns auf unser eigenes Verständnis stützen, vertrauen wir darauf, dass unser Wissen und unser Urteilsvermögen uns durchs Leben tragen. Als Menschen sind wir sehr begrezt alle Herausforderung zu lösen

Jeremia 17,9 Nichts ist so undurchschaubar wie das menschliche Herz, es ist unheilbar krank. Wer kann es ergründen? 

Auf unsere sündhafte Natur können wir nicht zählen. Aber Christus gibt uns durch den Heiligen Geist ein neues Herz. Wir bewahren das Vertrauen auf Gott in unserem Herzen, indem wir über die Bibel meditieren, Zeit im Gebet verbringen und mit anderen Christen Gemeinschaft haben. All das richtet unser Herz auf den Geist aus, der in uns lebt; wir werden uns weniger auf uns selbst und mehr auf Christus verlassen und ihm in guten wie in schlechten Zeiten, in Krankheit und Gesundheit, im Kampf gegen die Sünde und im Frieden seiner Ruhe dienen.

Vertrauen bedeutet, Gott in allem zu würdigen.

Sprüche 3,6: Denke bei jedem Schritt an ihn; er zeigt dir den richtigen Weg und krönt dein Handeln mit Erfolg. 

Wenn wir Gott in allen Umständen vertrauen und suchen, sollen wir dann glauben, dass das Leben einfach ist und dass wir nie in Schwierigkeiten geraten werden? Wir alle haben schon genug erlebt, um zu wissen, dass das nicht der Fall ist.

Die Bibel sagt uns ganz klar, dass auch jene, die Gott dienen, Schwierigkeiten haben werden.

Jesus: In der Welt werdet ihr hart bedrängt.

Auch viele der gottgefälligsten Menschen in der Bibel mussten Furchtbares erleiden. Gott tat viele Wunder, aber er schützte nichtalle Menschen aus seinem Volk auf wundersame Weise vor allem:

Josef wurde zu Unrecht der Vergewaltigung angeklagt und verbrachte viele Jahre unschuldig im Gefängnis. Rut verlor ihren Ehemann und wurde in einem fremden Land, weit von ihrer Heimat entfernt, eine arme Bäuerin.

Was wir stattdessen erwarten können, ist, dass unser Lebensweg letztendlich zu ihm führt und wir angesichts von Schwierigkeiten und Prüfungen nicht erschüttert werden. Das war auch bei Rut und Josef letztendlich der Fall.

Jeremia: 17, 7-8: Doch ich segne jeden, der seine Hoffnung auf mich, den HERRN, setzt und mir ganz vertraut. Er ist wie ein Baum, der nah am Bach gepflanzt ist und seine Wurzeln zum Wasser streckt: Die Hitze fürchtet er nicht, denn seine Blätter bleiben grün. Auch wenn ein trockenes Jahr kommt, sorgt er sich nicht, sondern trägt Jahr für Jahr Frucht. 

Sprüche 3, 7: Halte dich nicht selbst für klug; begegne dem HERRN mit Ehrfurcht und meide das Böse! 

Brad Archer: Unser Vertrauen auf die Weisheit des Menschen zu setzen; auf uns selbst zu sehen – sowohl auf uns als Einzelne als auch auf uns als Gemeinschaft – ist das Extrem der Nutzlosigkeit.

1 Korinther 3, 18-19: Macht euch doch nichts vor! Wenn sich jemand von euch einbildet, in dieser Welt besonders klug und weise zu sein, dann muss er den Mut aufbringen, als töricht zu gelten. Nur dann wird er wirklich weise. Denn was diese Welt für weise hält, ist in den Augen Gottes blanker Unsinn.

Was immer wir glauben zu wissen – der Herr weiß mehr. Er ist mehr als fähig, unsere angebliche Weisheit für seinen höheren Zweck zu gebrauchen. Wie können wir nun lernen, auf Gottes Weisheit zu vertrauen, und nicht auf unsere eigene?

Die Lösung dafür, dass wir „weise in unseren [eigenen] Augen sind“, besteht darin, dass wir Ehrfurcht vor dem Herrn haben und in einer respektvollen Furcht vor ihm leben.

Auf der Universität habe ich viele Jahre lang die Weisheit der Menschen studiert. Viele dieser Studien waren der biblischen Wahrheit nicht entgegengesetzt. Die Ideen und Thesen, die unbiblisch waren, konnte ich immer aussortieren und mir in meinem Herzen sagen, dass Gott allwissend ist.

Es ist nicht einfach, Gott in allen Dingen zu vertrauen, und Gott weiß das. Er wartet keine Perfektion. Je mehr wir vertrauen, umso einfacher wird es. Je mehr Zeit wir im Gebet oder im Gespräch mit dem Vater verbringen, umso schneller wird alles anders aussehen.

Gott zu vertrauen, bedeutet, dass du dich ihm zuwendest, statt dich von ihm abzuwenden, was auch passiert.

Kein gerechter Mann in der Bibel litt mehr als Hiob. Er verlor alle seine Kinder, seinen Reichtum und seine Gesundheit. Seine Freunde waren ihm keine Hilfe. Seine Frau bot ihm keine Unterstützung

Hiob 2,9: Na, immer noch fromm?«,  »Verfluch doch deinen Gott und stirb!« 

HIob 13, 15: Siehe, auch wenn er mich umbringt, warte ich auf ihn; fürwahr, ich will meine Wege vor ihm verantworten. Auch das muss mir zum Heil sein; denn es kommt kein Ruchloser vor ihn. 

Hiob 1,21: Ich bin nackt von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren. Der HERR hat’s gegeben, der HERR hat’s genommen; der Name des HERRN sei gelobt! –

Im Lauf der Jahre habe ich viele Christen gesehen, die mit Leiden und allen möglichen Nöten zu kämpfen hatten. Auf solche Dinge können wir nur auf zwei Arten reagieren: Entweder wir klammern uns an Gott fest oder wir entfernen uns von ihm.

Auf Gott zu vertrauen bedeutet, dass uns alles, was wir erleiden, am Ende zum Guten dienen kann.

Römer 8,28: Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind. 

Jakobus 1,2-4: Meine Brüder und Schwestern, erachtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtung fallt, und wisst, dass euer Glaube, wenn er bewährt ist, Geduld wirkt. Die Geduld aber soll zu einem vollkommenen Werk führen, damit ihr vollkommen und unversehrt seid und keinen Mangel habt.

Starker Glaube oder Gottvertrauen löst nicht alle unsere Probleme oder Krisen. Aber wir stehen ganz bewusst in Verbindung mit jemand, der viel größer ist als alle unsere Probleme.

Auch wenn du dein Vertrauen auf Gott setzt, musst du trotzdem noch Steuern bezahlen. Du musst trotzdem noch mit deinen Arbeitskollegen und Verwandten auskommen, die anscheinend nur über negative Dinge reden.

 

 

Vielleicht bist du allein und fühlst dich einsam; du wünschst dir einen Ehepartner, der ebenfalls Christ ist, und betest dafür.

 

Aber weil du mit dem allmächtigen Gott verbunden bist, bist du nicht allein, und er wird dir Kraft geben wie kein anderer.

Ich bin von Gott geliebt und durch seine Gnade vollendet. Wenn ich mich sehe, wie Gott mich sieht, bin ich voller Zuversicht, denn ich vertraue dem, der die Frage beantwortet, wer ich bin.

Mit Vertrauen können wir etwas wagen oder zutrauen. Gottes Vertrauen führt hin zur Geborgenheit.

John Opalewski: Du kannst das Verhalten anderer Leute nicht kontrollieren. Du kannst nicht kontrollieren, wie sie denken, sprechen oder reagieren. Aber du kannst kontrollieren, wie du dich verhältst, denkst, sprichst und reagierst. Gottes Gnade genügt, dir zu helfen, dies alles auf reife Art zu tun, egal wie sich andere verhalten. Verwende nicht das schlechte Verhalten anderer als Ausrede für dein schlechtes Benehmen

Ein kleiner Jubelschrei ertönt. Es ist das Jauchzen eines Zweijährigen, der, gerade von seinem Vater in die Luft geworfen, das unverhoffte Schweben genießt. Und der genau weiß und sich darauf freut, dass er vom Vater wieder aufgefangen wird. Ein unbedingtes Vertrauen steckt in dieser kindlichen Freude.

Hier ist ein Bild von Gottes Vertrauen!

Wir singen immer gerne das Lied von Daniel Jacobi mit dem Titel „Vater ich komme jetzt zu dir.“

Vater, ich komme jetzt zu dir, als dein Kind lauf ich in deine Arme. Ich bin geborgen, du stehst zu mir, lieber Vater. Vater, du gibst mir, was ich brauch, du empfängst mich mit offenen Armen. Du füllst all meine Sehnsucht aus, lieber Vater.

1 Johannes 3,1b: Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch!

Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich sagen, dass jene, denen es am besten gelingt, Gott zu vertrauen, oft auch die zufriedensten, freundlichsten, großzügigsten und liebevollsten Menschen sind.

Jene, die Gott nicht vertrauen wollen oder sich nicht dafür entscheiden, sind oft ängstlich, zynisch, verbittert, gemein und unglücklich.

Brad Archer: In einer Kultur von unangebrachtem Vertrauen, gebrochenen Versprechen und zerstörten Leben ist nur Jesus unerschütterlich, unveränderlich, und all unseres Vertrauens würdig. Nur er hat seinem Vater von ganzem Herzen vollkommen vertraut und den Weg für unsere Erlösung geebnet, damit auch wir ihm vertrauen. Durch ihn bietet Gott der Welt Heilung, Weisheit und Liebe an, wenn wir ihn nur in all unseren Wegen anerkennen.

Jesus sagt dir heute: „Lauf los! Geh diesen mutigen Glaubensschritt. Ich stehe bereit, um dich dabei zu begleiten

Wir dürfen nie vergessen: Gottes Plan für Dein Leben istweit größer als die Umstände inDeinem Alltag! Gott verspricht eine sichere Landung, aber keine ruhige Reise.

Psalm 27,10 u. 14:  Selbst wenn Vater und Mutter mich verstoßen, nimmst du, HERR, mich dennoch auf. Vertraue auf den HERRN! Sei stark und mutig, vertraue auf den HERRN!

Psalm 118, 8-9: Es ist gut, auf den HERRN vertrauen und nicht sich verlassen auf Menschen. Es ist gut, auf den HERRN vertrauen und nicht sich verlassen auf Fürsten.