Paul Clark

Ich möchte dir drei heute drei Fragen stellen:

Hat jemand dich schon tief verletzt den du echt liebst?

Hat jemand dich schon falsch angeklagt und dadurch würdest du ungerecht bestraft?

Hast du schon dein Bestes gegeben, wo eine Belohnung versprochen war und dann hat die Person dich eigentlich vergessen?

Im Alten Testament hat Josef alle drei dieser problematischen Situationen durchlebt. Ich glaube, von seinem Verhalten unter diesen schwierigen Umständen können wir viel lernen.

Der Name Josef ist hebräischen Ursprungs und bedeutet: „Gott fügt hinzu.“

Tatsächlich ist die Bedeutung seines Namens die passende Überschrift für sein Leben.

Als Josef sich in einem ägyptischen Gefängnis wiederfand, sagte er:

1 Mose 40, 15: Denn ich bin aus dem Lande der Hebräer heimlich gestohlen worden; und auch hier hab ich nichts getan, weswegen sie mich hätten ins Gefängnis setzen dürfen.

Er war unschuldig, aber dennoch wurde er schuldig gesprochen! Ich glaube, das ist eine der schlimmsten Erfahrungen, die ein Mensch machen kann. Von Zeit zu Zeit lesen oder hören wir von Männern und Frauen, die für ein Verbrechen verurteilt wurden, das sie nicht begangen hatten, und viele Jahre im Gefängnis verbrachten, bis schließlich die Wahrheit ans Licht kam und ein Gericht sie freisprach. Seiner Freiheit beraubt zu sein und getrennt von seiner Familie und seinen Freunden unschuldig in einer Gefängniszelle zu sitzen, ist für die meisten von uns unvorstellbar.

Die Vorgeschichte von Josef hat mit Neid und Eifersucht in der Familie zu tun.

Friedrich Schleiermacher: Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was leiden schafft.

1 Mose 37,3-4 (NLB): Jakob liebte Josef mehr als seine anderen Söhne, weil er ihm erst im Alter geboren worden war. Deshalb ließ er Josef eines Tages ein prächtiges Gewand machen. Seine Brüder hassten Josef, weil sie merkten, dass ihr Vater ihn lieber hatte als sie, und redeten kein freundliches Wort mehr mit ihm.

Das ist Stoff für eine Seifenoper. In vielen Familiendramen im Fernsehen und unzähligen Büchern sehen wir, was Neid und Eifersucht in Familien anrichten können. Noch schlimmer ist es, das in der eigenen Familie zu erleben.

Woody Allen: Familie ist dort, wo die Probleme wohnen.   

Die Einstellung von Josefs Brüdern lässt uns schon von Anfang an vermuten, dass diese Sache für Josef nicht gut ausgehen wird.

Ihr kennt die Geschichte. Wie sein Vater Jakob es ihm aufgetragen hatte, ging Josef zu seinen älteren Brüdern, die in Secham über die grasenden Herden wachten. Seine Brüder verachteten ihn. Sie warfen ihn in eine Grube und hofften, er würde dort sterben. Später kam ihnen jedoch der Gedanke, dass sie mit ihm noch ein wenig Geld verdienen könnten, und so verkauften sie ihn an Sklavenhändler, die auf dem Weg nach Ägypten durch ihr Land zogen.

Was erzählten die Brüder nun ihrem Vater, als Josef nicht nach Hause zurückkehrte? Hier sehen wir sehr deutlich, was passiert, wenn Menschen etwas Schreckliches tun. Sie versuchen, es zu vertuschen, und das zieht eine Lüge nach der anderen nach sich.

1 Mose 37, 31-33: Da nahmen sie Josefs Rock und schlachteten einen Ziegenbock und tauchten den Rock ins Blut und schickten den bunten Rock hin und ließen ihn ihrem Vater bringen und sagen: Diesen haben wir gefunden; sieh, ob’s deines Sohnes Rock sei oder nicht. Er erkannte ihn aber und sprach: Es ist meines Sohnes Rock; ein böses Tier hat ihn gefressen, zerrissen, zerrissen ist Josef!

In Ägypten wurde Josef an Potifar verkauft, der ein Kämmerer und der oberste Leibwächter von Pharao war.

Weil Josef selbst dann noch auf Gott vertraute, als man ihn zum Sklaven gemacht hatte, wurde ihm bei Potifar ein großer Segen zuteil.

1 Mose 39, 3-5: Als nun sein Herr sah, dass der HERR mit ihm war und dass der HERR alles, was er tat, in seiner Hand gelingen ließ, da fand Josef Gunst in seinen Augen, und er bediente ihn persönlich. Und er bestellte ihn über sein Haus, und alles, was er besaß, gab er in seine Hand. Und es geschah, seitdem er ihn über sein Haus bestellt hatte und über alles, was er besaß, da segnete der HERR das Haus des Ägypters um Josefs willen; und der Segen des HERRN war auf allem, was er hatte, im Haus und auf dem Feld. 

Es fängt gut an für Josef, aber wir wissen, dass sich der Rest der Geschichte wie die nächste Episode der Seifenoper anhört.

Potifars Frau wollte Josef zu ihrem Liebhaber machen, doch dieser weigerte sich beharrlich.

1 Mose 39,8: Doch Josef weigerte sich. »Mein Herr vertraut mir in allem, was sein Hauswesen betrifft Er hat in diesem Haus nicht mehr Macht als ich! Er hat mir nichts vorenthalten außer dir, denn du bist seine Frau. Wie könnte ich so etwas tun? Es wäre eine große Sünde gegen Gott.

Schließlich bezichtigte Potifars Frau Josef zu Unrecht der Vergewaltigung und er wurde ohne Gerichtsverhandlung ins Gefängnis geworfen.

Trotz der Ablehnung, dem Schmerz und der großen Enttäuschung, die Josef erlebte, konnte er seinen Mitgefangenen – dem Mundschenk des Königs und dem obersten Bäcker – dienen, als sie ihm eines Morgens bedrückt von ihren Träumen berichteten. Obwohl er selbst in einer aussichtslosen Lage war, kümmerte Josef sich um diese Männer.

Das Leben von Josef mit all seinen Vorzügen und Privilegien wurde ihm genommen, aber sein Gottvertrauen konnte ihm niemand nehmen.

Vielleicht fühlst auch du dich aufgrund bestimmter Umstände in deinem Leben, zu denen du nichts beigetragen hast, in Ablehnung und Enttäuschung gefangen. Ganz gleich, wie unschuldig wir sein mögen, kann das Leben manchmal sehr hart und ungerecht sein. Wie Josef kann es auch uns passieren, dass uns Menschen, die wir lieben, ganz plötzlich und ohne erkennbaren Grund in einem falschen Licht sehen und nichts mehr mit uns zu tun haben wollen.

Frank Viola: Du kannst dich verletzt fühlen und deinen Schmerz zu deinem Freund machen. Du kannst mit ihm täglich spazieren gehen, ihn liebkosen und beschützen, bis er letztendlich dich und andere zerstört. 

Mein Freund John Opalewski schriebt: „Innere Verbitterung nimmt uns und unseren Schmerz gefangen. Vergebungsbereitschaft bringt Heilung mit sich. 

Ich möchte dich heute ermutigen, Josefs Beispiel zu folgen und deine Last der Ablehnung und der Enttäuschung dem Herrn zu geben.

Es gibt heute gute Nachrichten für dich!

Du kannst Ablehnung und Verachtung in einen Segen verwandeln!

1. Bitte Gott, dass er dir hilft, dich zu sehen, wie er dich sieht.

In meiner Predigt über Schwachheit vor zwei Wochen habe ich darüber gesprochen, dass Gott keine Fehler macht.

Ps.139, 14: Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe.  Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.

Die wichtigste Meinung über dich ist die Meinung deines Gottes und Retters!

2. Überwinde den Wunsch, perfekt zu sein.

Gestehe dir ein, dass du nicht perfekt bist und auch nie perfekt sein wirst, weil du ein fehlbarer Mensch bist wie alle anderen auch. Wenn andere dich ablehnen, denk daran, dass Gott dich nie ablehnen wird. Wenn wir sündigen, können wir von unserem himmlischen Vater Vergebung bekommen.

1 Johannes 1, 9: Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit

Statt der Perfektion nachzujagen, solltest du Exzellenz anstreben und einfach jeden Tag dein Bestes geben. Setze dir erreichbare Ziele, entspanne dich und heiße Veränderung willkommen.

3. Beende ungesunde Beziehungen und konzentriere dich auf die gesunden.

Denk einmal ehrlich über deine derzeitigen Beziehungen nach. Bitte Gott um Weisheit, um zu beurteilen, welche Menschen in deinem Leben dein Vertrauen, deine Zeit und deine Kraft wert sind.

Zeige mir deine Freunde und ich sage dir, wer du bist!

4. Geh richtig mit Ablehnung von dysfunktionalen Familienmitgliedern um.

Whitney Hopler schrieb: „Alle Familien setzen sich aus zerbrochenen Menschen zusammen, die mit sich selbst zu kämpfen haben und manchmal auch andere Familienmitglieder ablehnen. Deshalb sei nicht überrascht, wenn du sogar innerhalb deiner Familie Ablehnung erfährst. Mach dir klar, dass Ablehnung mehr mit der Unfähigkeit zu lieben der anderen Person zu tun hat, als damit, ob du es wert bist, geliebt zu werden. Nur Gott kann dich vollkommen lieben, und du kannst dich immer darauf verlassen, dass er es tut. Verschwende deine Zeit und Energie nicht mit dem Versuch, die Liebe eines Familienmitglieds, das dich ablehnt, zurückzugewinnen. Konzentriere dich stattdessen darauf, näher an Gott heranzurücken, damit du in deinem Leben mehr von seiner Liebe erfahren kannst. Schütze dich vor dysfunktionalen Familienmitgliedern, indem du in deinen Beziehungen mit ihnen Grenzen setzt.“

5. Verbessere deine Art zu kommunizieren.

Achte darauf, den Menschen, mit denen du eine Beziehung hast, positive Dinge zu sagen.

Sprüche 18,21 EU: Tod und Leben stehen in der Macht der Zunge; wer sie liebt, genießt ihre Frucht. 

Wenn du kritisiert wirst, lerne daraus, aber lass dich von der Kritik nicht entmutigen. Kommuniziere regelmäßig mit Gott, indem du betest und sein Wort studierst.

Ich bin mir sicher, dass Josef den Schmerz, den die Ablehnung in ihm verursachte, oft zum Herrn brachte, aber im Lauf der Zeit wurde sein Herz weicher und seine Verbitterung ließ nach.

Mit Gottes Hilfe wollen wir wie Josef die tiefsten Enttäuschungen tragen mit der besten Einstellung! 

Weil Josef dem Herrn selbst im Gefängnis treu blieb, gebrauchte Gott ihn auf spektakuläre Weise, indem er ihn die Träume Pharaos deuten ließ.

Josef gelangte von der Grube in den Palast!

1 Mose 40, 39-40: Und der Pharao sprach zu Joseph nachdem Gott dir dies alles mitgeteilt hat, ist keiner so verständig und weise wie du. Du sollst über mein Haus sein, und deinem Befehl soll mein ganzes Volk sich fügen; nur um den Thron will ich größer sein als du.

Als Krönung der Ereignisse stieg Josef zum zweitmächtigsten Mann Ägyptens auf und wurde schließlich von Gott dazu gebraucht, seine ganze Familie vor dem sicheren Hungertod zu bewahren – einschließlich der Brüder, die ihn gehasst und ihm übel mitgespielt hatten.

Lass uns heute beten: „Gott, bitte gib uns die Gesinnung Josefs, damit wir dir in schwierigen Zeiten von ganzem Herzen vertrauen können, wie er es tat. Hilf uns, dass wir wie Josef allen vergeben können, die in unserem Leben Schmerz und Leid verursacht haben.“

Mögen die Worte König Davids dir Geborgenheit und Trost schenken: 

Psalm 34, 18-19 HFA: Wenn aber rechtschaffene Menschen zu ihm rufen, hört er sie und rettet sie aus jeder Not. Der HERR ist denen nahe, die verzweifelt sind, und rettet diejenigen, die alle Hoffnung verloren haben.

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