Mechthild Clark

Freiheit, so sagt man, ist des Menschen höchstes Gut! Wer diese Worte geprägt hat, das weiß man nicht so genau. Jeder möchte Selbstbestimmung! Wir möchten das Recht, unsere Gedanken, frei zum Ausdruck bringen zu können. Wir möchten gleicht behandelt werden, egal welcher Abstammung wir sind, wir möchten sagen können, was wir wollen!

Und dieser Freiheitsgedanke zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Menschheit. Die Geschichte ist geprägt vom Streben nach Freiheit, von Freiheitskriegen, Freiheitskämpfern, Revolutionen und Aufständen.

Sogar schon im AT finden wir Beispiel über Beispiel von einzelnen Menschen und Völkern, die einfach nur „frei“ sein wollten.

 

–  Adam und Eva wollten essen, was sie wollten – ohne dass ihnen jemand Vorschriften macht

– Kain wollte frei sein von seinem Bruder Abel

– die Söhne Jakobs wollten sich vom ihrem lästigen und ungeliebten Bruder Josef „befreien“

– das Volk Israel wollte frei sein von der Herrschaft der Ägypter

und so weiter und so weiter – und das alles geschieht in den ersten Kapiteln der Bibel…

Der Kampf um „Freiheit“ geht bis heute …

Meilensteine im Kampf um die gesetzliche Freiheit:

Die amerikanische Unabhängigkeitserklärung von 1776, die klar festlegt, dass alle Menschen gleich erschaffen sind.

Wir haben die französische Declaration sur la liberte von 1789: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit!

Wir haben die Menschenrechtskonvention der Vereinten Nationen, die 1948 niedergeschrieben wurde:

Artikel 1: Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.
Artikel 2: Jeder Mensch hat Anspruch auf die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten.
Artikel 3: Jeder Mensch hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.

Artikel 4: Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden.

Interessanterweise hat Gott dieses Thema schon vor 2.000 Jahren angesprochen. Manche denken ja, die Bibel ist weltfremd, aber sie ist in so vielen Bereichen ein Vorreiter!

Galater 3,28, Paulus spricht: Es gibt nicht mehr Juden noch Griechen, nicht mehr Sklaven noch Freien, nicht mehr männlich noch weiblich; denn ihr seid alle einer in Christus Jesus. 

Menschenrechte als ein Garant für gesetzliche Freiheit. Aber interessanter Weise scheint das Streben nach Freiheit immer weiter zu gehen bis hin in unsere Zeit, dem 21. Jahrhundert.

– Warum ist das so?

– Warum gelingt es dem Menschen nicht, etwas zu verwirklichen, worüber sich doch scheinbar fast die ganze Menschheit einig ist?  – Menschen: Einer will frei sein, der andere will herrschen!

– Warum herrscht auf der Erde nicht längst grenzenlose Freiheit für alle, obwohl alle dafür sind?

– Was genau ist eigentlich Freiheit?

– Meinen überhaupt alle Menschen das gleiche mit diesem Begriff?

– Wovon will der Mensch frei sein?

Fragen über Fragen. Und je mehr man nach Antworten sucht, umso mehr neue Fragen ergeben sich.

Als junger Mensch kamen mir die 68er-Jahre wie gelegen. In den USA der Beginn der Bürgerrechtsbewegung. In Deutschland die Studentenunruhen _ alles leicht links: Gegen das Establishment, gegen gängige gesellschaftliche und politische Normen. Verteilung des Reichtums. Ich habe das Ganze als Zuschauer bewundert. Antiautoritäre Erziehung … Weg mit allen Begrenzungen … Jeder soll tun, sagen und lassen können, was er will!

Und dann kam als ich 21 Jahre alt war Jesus in mein Leben und mein Weltbild hat sich verändert. Ganz schnell habe ich verstanden, dass das meiste von dem, was der Mensch mit den Gedanken „Freiheit“ verbindet ganz anders ist, als das, was Jesus meint.

Das menschliche Verständnis von Freiheit ist:  Da, wo kein Zwang ist, herrscht Freiheit. Und wenn keine Freiheit herrscht, darf und muss ich sie mir erkämpfen.

Gott aber sieht den inneren Menschen in all seinen Gebundenheiten und Begrenzungen, und genau da setzt er an.

Mir ist heute klar: Er will uns dazu frei setzen, das RICHTIGE zu tun. Er will uns frei machen, damit wir seine Gebote, die gut und heilsam sind, einhalten können.

Joh. 8,31–32 – Jesus spricht zu Juden, die an ihn glauben: Wenn ihr an meinen Worten festhaltet und tut, was ich euch gesagt habe, dann gehört ihr zu mir. Ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen…

Vers 36: Wenn euch also der Sohn Gottes befreit, dann seid ihr wirklich frei!

Wir haben hier ein neues Schlüsselwort: Wahrheit!

Zunächst müssen wir also die Wahrheit erkennen. Welche Wahrheit? Wovon spricht Jesus?

Er selbst sagt ja über sich in Joh. 14,6: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben! Keiner kommt zum Vater denn durch mich“ Mit anderen Worten: Es führt kein Weg an Jesus vorbei wenn wir in die Freiheit wollen!

Wahrheit in der hebräischen Sprache bedeutet: die absolute Zuverlässigkeit im Reden und Handeln, im Denken und Planen, im Sein schlechthin, eine Zuverlässigkeit, die nur Gott erweisen kann, eine Treue, zu der der Mensch zwar bestimmt ist, die er aber nicht halten kann. Jesus aber ist all das für uns!

Wahre Freiheit kann nur der finden, der Jesus findet,  und ihm nachfolgt. Die Welt kann in gewissem Maß rechtliche Freiheit schaffen und uns zu unserem „Recht“ verhelfen, aber die innere Freiheit, nach der sich jeder Mensch sehnt, kommt nur von Gott. Interessanterweise: Viele der Menschen, die sich für politische Freiheit einsetzen und einsetzten, kommen nicht mit ihrem Nächsten, den Eltern, Ehepartnern aus. Und genau da will Jesus ansetzen!

Und ein wenig später sagt Jesus in Joh. 16,13: „Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten.“

Psalm 36,9: Denn bei Dir ist die Quelle des Lebens und in deinem Licht sehen wir das Licht! – Das heißt: wir kommen zu Jesus, er öffnet uns die Augen für die IST Situation und lenkt uns in Richtung SOLL Situation.

Wenn wir Jesus finden, dann sehen wir nach und nach die Dinge, wie sie sind. Wir erkennen die Wahrheit. Wir bekommen Erkenntnis. Und mit wachsender Erkenntnis, kommt wachsende Freiheit.

–  Aber wovon möchte Jesus uns denn frei machen?

– Was will er in uns bewirken, dass wir aufatmen können?

– Welche Lasten will er uns nehmen?

  1. Jesus macht uns frei von Schuld

Als ich Jesus angenommen habe, war ich recht jung und ein „relativ“ braver Mensch. Ich hatte moralische und ethische Werte, hatte nie etwas „Schlimmes“ getan. Wenn ich jemand gefragt hätte, der hätte mir bestimmt gesagt, ich sei ein „guter“ Mensch. Nicht morden, nicht stehlen, selten lügen …

Und doch war mir von einem Moment zum nächsten klar, dass ich ein schuldiger Mensch war. Schuldig, weil ich all die Jahre zuvor, Gott abgewiesen hatte, sein Werk für nichtig erklärt hatte in Worten und in Tagen.

Ich erinnere mich so deutlich an den Moment, als ich Jesus angenommen habe, um Vergebung gebeten habe für mein Fehlverhalten, wie ich mich so “erleichtert” gefühlt habe! – Ich war wirklich ein neuer Mensch! Die Last der Sünde war von mir genommen. Ich fühlte mich frei! Jesus ist für mich ganz persönlich gestorben, um meine Sünde zu tilgen. Und wäre ich der einzigste Mensch auf der ganzen weiten Welt, dann wäre er auch dann ans Kreuz gegangen. Einfach überwältigend!

Kolosser 2,14: Gott hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn aufgehoben und an das Kreuz geheftet. Ein erster wichtiger Schritt in eine neue Freiheit ist gemacht!

 

  1. Jesus macht uns frei von der Macht der Sünde

 Nicht nur nimmt mir Jesus diese Urschuld, die auf mir lastet, sondern er macht mich frei von der Macht, die die Sünde über mein Leben hatte.

Römer 8,2: Denn das Gesetz des Geistes, der da lebendig macht in Christo Jesu, hat mich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. 

Römer 6,14: Die Sünde hat die Macht über euch verloren, denn ihr steht nicht mehr unter dem Gesetz, sondern seid durch Gottes Gnade frei …

Sünde wie ein Oktopus, eine Krake mit 8 Armen und Saugnäpfen! Halleluja! Gott hat die Macht gebrochen, die Satan über mich hatte.  Auf dem neuen Weg mit Jesus merken wir mit einem Mal alles, wie verstrickt wir eigentlich in Sünde sind! Und wir machen uns auf den Weg, mit Gottes Hilfe, den alten Mensch abzulegen und „neu“ zu werden,  „frei“ zu werden.  

„War Sklave der Sünde“ – Text des Liedes: Ich weiß, wer ich bin … Er zerbricht das Joch der Sünde, das auf uns lastet. Im Vergleich dazu ist das Joch, das Jesus uns auferlegt, leicht und sanft.

Ich muss nicht mehr das alte Verhalten ausleben! Ich kann anders sein, auch wenn Druck von außen kommt. Ich kann widerstehen. Diesen Prozess, der eigentlich ein Leben lang dauert, nennt man Heiligung. Und das Wunderbare an der Heiligung ist, dass Gott uns so sieht, als ob wir nie gesündigt hätten. Gott schenkt uns ein neues Wesen, er regeneriert uns. Wellness für die Seele!

Lasst uns heute heiliger (und freier) Leben! Und noch einen weiteren Schritt in die Freiheit:

  

  1. Jesus macht uns frei von jeder Art von Gebundenheit

 

Jesaja 61, 1–2: Die Trauerzeit ist vorbei

Der Geist des Herrn ruht auf mir, weil er mich berufen und bevollmächtigt hat. Er hat mich gesandt, den Armen die frohe Botschaft zu bringen und die Verzweifelten zu trösten. Ich rufe Freiheit aus für die Gefangenen, ihre Fesseln werden nun gelöst und die Kerkertüren geöffnet. Ich rufe ihnen zu: »Jetzt erlässt der Herr eure Schuld!«

Galater 5,1: Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten! H.: Lebt als Befreite! Seid konsequent!

Fest steht doch, dass wir zu Jesus kommen mit einem ganzen Bündel an Verhaltensmustern, an Gebundenheiten, teilweise Süchten, Ängste, schlechte Angewohnheiten. Gott will, dass wir alles, was uns bindet und gefangen hält, ablegen.                                      Nicht immer einfach!

 – Beziehungen, die uns von Gott fernhalten oder trennen wollen,

– Abhängigkeiten von Drogen oder Rauschmitteln

– Depressionen

– Esoterik

– alte, festgefahrene Verhaltensmuster

– Besitz, der uns wichtiger ist, als Gott!

– Familienkonstellationen

– Freunde, die uns abhalten wollen, Jesus nachzufolgen

Gott hat die Kerkertüren geöffnet und er fordert uns auf, aus dem Gefängnis heraus zu treten! Wir können uns manchmal nicht vorstellen, dass wir uns ändern können, aber dann unterschätzen wir die Macht Gottes! Oder wir haben es schon so oft versucht, uns zu ändern – dann versuch es noch einmal und höre nicht auf, Gott zu vertrauen! Lasst uns durchhalten auf dem Weg in eine völlige geistliche Freiheit!

So viele Bibelstellen: nicht zurückschauen! Wenn wir wirklich als Überwinder leben wollen, dann müssen wir uns immer wieder überprüfen lassen von Gott.

Jesaja 43,18–19: Gedenk nicht an das Frühere und achtet nicht auf das Vorige! Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht?

Also: Lasst uns nicht zurückschauen wie die Kinder Israel. Die Bibel mahnt uns davor: Hand an den Pflug und zurückschauen, Lots Frau…

Vielleicht ist mein Verhalten ja doch nicht so schlimm

– Kompromisslosigkeit ist gefragt!

Die Frage: Trauen wir es Gott zu, uns frei zu machen? Von allem?

  1. Gott gibt uns die Freiheit, ihn im Geist und in der Wahrheit anzubeten!

Johannes 4,28: „Es kommt aber die Stunde, ja, sie ist jetzt schon da, in der die wahren Anbeter den Vater im Geist und in Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater will solche als seine Anbeter haben. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in Wahrheit anbeten.“

Gott gibt uns die Freiheit, so wie wir sind, vor ihn zu kommen. Keine leeren Rituale, keine unwichtigen Äußerlichkeiten, keine Opfergaben, keine Opfertiere, kein Almosengeben, keine zerrissenen Kleider, kein Rutschen auf den Knien auf das Kreuz zu, wie ich es auf den Philippinen gesehen habe! WIR SIND FREI!

Wir haben die Freiheit, ihn so anzubeten, wie und wann wir es wünschen. Und all das geschah durch seinen Tod am Kreuz, als der Tempelvorhand zerriss. Zuvor brauchte man den Hohen Priester. Der Mensch war nicht würdig, in Gottes Gegenwart zu treten!  Jetzt ist alles anders …

 5. Gott gibt uns die Freiheit, uns zu entfalten.

 Gott möchte, dass wir uns weiterentwickeln! Er hat so viel vor mit uns!  Psalm 31,9b: du stellst meine Füße auf weiten Raum.

Für einen freiheitsliebenden Menschen wie mich, bedeutet das „Flügel“. Keine Grenzen. Kein Flügelstutzten, sondern größere Schwingen. Er gibt uns Aufwind. Gott schenkt mir ALLE Möglichkeiten. Und ich ermutige dich: Sieh, was Gott für Dich und mich hat. Teste ihn aus. Sei nicht zufrieden, wie es jetzt in deinem Leben ist. Egal wie alt wir sind, Gott hat Gutes mit uns vor. Er will mir neuen, weiten Raum geben.

Schon Jabez im AT in 1. Chr. 4,10 betet zum Herrn: Bitte segne mich doch und erweitere mein Gebiet!

Dr. Julius Steinberg, Theologe in der FeG, schreibt in seinem Buch: Gott gibt uns Raum, uns zu entfalten, folgendes: Die Aussage, dass Gott uns Raum zum Leben gibt, ist gar nicht besonders kompliziert oder schwierig zu verstehen. Zugleich ist sie von ganz grundlegender Bedeutung für unser Leben. Sie bildet das Fundament, auf dem die ganze Bibel steht. Bei allen Wendungen, die die biblische Heilsgeschichte macht, bleibt bestehen, dass Gott uns Raum zu Leben schenken will: vom Menschen an, der auf der Erde Raum findet, und dem ersten Menschpaar, das im Garten Eden Raum findet, über das Volk Israel, das in seinem verheißenen Land Raum findet, bis hin zu der Wohnung bei Gott, die Jesus Christus uns bereitet hat und zur neuen Schöpfung, die die Johannesoffenbarung ankündigt. Räume werden geschaffen, gehen wieder verloren, werden wieder neu gegeben.

Gott schenkt uns Raum zum Leben! Kreativ sein, träumen! Gott hat größere Dinge für uns vorbereitet, als wir es uns vorstellen können. Wichtig ist, dass wir uns nicht gegenseitig einengen, oder uns selbst einengen und begrenzen! Lasst uns kreativ sein!

Und als kleine Anmerkung: Freiheit ist nur so lange gewährt, bis ich nicht die Freiheit anderer einschränke!

Zum Schluss:

Martin Luther King, Nelson Mandela und unzählbare Menschen haben sich für Gleichstellung, für Freiheit eingesetzt haben und manche sogar in diesem Kampf ihr Leben verloren. Sie haben für das verbürgte Recht des Menschen gekämpft, dass wir alle GLEICH sind.

Aber Gott geht dann viel weiter als die Menschenrechte!

Als Ermutigung:

  1. Korinther 3,17: Der Herr aber ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.

Ein Leben ausgerichtet auf den Geist Gottes, hilft uns dabei, frei zu werden und frei zu bleiben! Aber wir müssen es suchen, offen sein, richtig frei zu werden!

Freiheit ist ein Geschenk, wir müssen es nur annehmen und Gott tut den Rest!

Als Ermahnung:

Nochmals Galater 5,1: Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!

D.H. arbeitet immer weiter daran! Lasst euch die Freiheit nicht rauben. So lange wir auf dieser Erde leben, müssen wir am Ball bleiben!

WIR SIND ZUR FREIHEIT BERUFEN!

DU BIST ZUR FREIHEIT BERUFEN!

NIMM SIE DIR!