Leben mit Vision – Woche 2

Paul Clark

Letzten Sonntag war der Start zu unserer gemeinsamen 40-tägigen geistlichen Reise, die uns die wichtigste Frage beantworten soll:

„Wozu um alles in der Welt lebe ich?“

Edwin Jung hat letzten Sonntag darüber gesprochen, dass die Philosophen die ganze Geschichte hindurch stets auf der Suche nach dem Sinn des Lebens waren. Und nicht nur sie – die ganze Menschheit stellt sich diese Frage schon seit Anbeginn der Zeit.

David Thoreau: Die Meisten Menschen führen ein Leben in stiller Verzweiflung

Buddha suchte selbst am Ende seines Lebens noch immer nach der richtigen Art zu leben.

Der französische Mathematiker und Philosoph Blaise Pascal hatte eine christliche Weltanschauung:

Im Herzen eines jeden Menschen befindet sich ein von Gott geschaffenes Vakuum, das durch nichts Erschaffenes erfüllt werden kann als allein durch Gott, den Schöpfer, so wie er sich in Christus offenbart

Der Schlüssel zur Erkenntnis der wahren Bedeutung des Lebens besteht darin, dass wir in eine persönliche Beziehung mit Jesus Christus, Gottes Sohn, eintreten. Wir wurden nach dem Bild Gottes erschaffen, um besondere Dinge zu tun, die andere segnen und uns im Leben Erfüllung schenken.

Epheser. 2,10: Er hat uns in Christus Jesus neu geschaffen, damit wir zu guten Taten fähig sind, wie er es für unser Leben schon immer vorgesehen hat.

Nach Edwin Jungs Predigt letzte Woche sagte jemand zu mir, dass der Sinn des Lebens nicht so kompliziert sei, wie die Philosophen es darstellen. Unser Leben Jesus unterzuordnen ist im Vergleich zu all den hochfliegenden menschlichen Vorstellungen relativ einfach, und es gibt uns eine sehr logische Antwort auf die Frage, warum wir leben.

Durch das Leben mit Vision Buch haben wir gemeinsam entdeckt, dass jeder Mensch auf dieser Erde dazu erschaffen wurde, um von Gott, dem Vater, seinem Schöpfer geliebt zu werden.

Wir haben gesehen, dass es aus Gottes Sicht nicht einen Menschen gibt auf dieser Welt, den ER für wertlos erachten würde.

Den Sinn und Zweck unseres Lebens finden wir bei Gott unserem Vater, der uns das Leben geschenkt hat und der, wie jeder Vater will, dass wir ein erfülltes, sinnvolles Leben finden an dem ER und wir Gefallen finden. (1)

Hier ist ein Bild für wahre Anbetung:

Offenbarung 4,11: Du allein bist würdig, dass wir dich ehren und rühmen, uns deiner Macht unterordnen. Denn du hast alles erschaffen. Nach deinem Willen entstand die Welt und alles, was auf ihr lebt.“                                                                             

Nach seinem Willen entstand die Welt und alles, was auf ihr lebt.

Das bedeutet doch: Du und ich, wir sind von Gott gewollt! Er hat zu uns Ja gesagt! Du bist nicht ein Unfall, ein Missgeschick, ein Fehler.

ER hat Freude an dir und ER hat dich gewollt.

Es gibt Menschen, die von ihren Eltern nicht geplant waren, aber Gott hat sie gewollt.

Kannst Du Dir vorstellen, wie groß der Schmerz ist für einen menschlichen Vater, oder eine menschliche Mutter abgelehnt zu werden.

Viele Menschen, die heute Morgen hier sind, kennen das Gefühl abgelehnt zu werden. Das kann sehr schmerzhaft sein.

Ich glaube, auch Gott leidet, wenn Menschen ihn ablehnen.

Im Neuen Testament sehen wir, wie Jesus handelte, wenn er auf Menschen traf, die in großer Not und Verzweiflung waren. Es war ihm nicht gleichgültig, wie es ihnen ging.

Matthäus 9, 36: Als er die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen, denn sie waren erschöpft und hilflos wie Schafe, die keinen Hirten haben.

Das höchste Gebot von Jesus beschreibt was Anbetung bedeutet:

Markus 12, 30 Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Verstand und von allen deinen Kräften.

Letzte Woche haben wir gehört, dass wir dazu geschaffen wurden, um von Gott geliebt zu werden. Heute soll es darum gehen, wie wir IHM diese Liebe erwidern können. Mit diesem Gebot, dem Merkvers für diese Woche macht uns Jesus klar:

Anbetung ist die Art und Weise, wie ich darauf reagiere, dass Gott mich liebt.

Die Bibel zeigt uns, dass Anbetung mehr ist, als in der Gemeinde Lieder zu singen oder zu dem Konzert einer christlichen Lobpreisband zu gehen.

Anbetung ist ein Lebensstil mit einer besonderen Beziehung zu Gott. Es bedeutet die Wahrheit über Gottes Herz und seine Persönlichkeit zu verstehen.

Wie geht das?

In unserer Leben-mit-Vision-Gruppe am Montag haben wir darüber gesprochen, was wir tun sollten, um Gottes Herz und seine Perspektive im Hinblick auf die Anbetung besser zu verstehen:

  • Wir sollten regelmäßig Gemeinschaft mit anderen Christen haben.
  • Wir sollten regelmäßig in der Bibel lesen.

Zu viele Menschen haben eine falsche Vorstellung von Anbetung. Sie glauben, Anbetung habe nur mit religiösen Äußerlichkeiten zu tun.

Jedes Jahr pilgern 6 Millionen Menschen nach Lourdes in Südfrankreich und hoffen auf eine besondere Begegnung mit Gott.

Über 5 Million Menschen pilgern jährlich nach Fátima in Portugal.

Viele Menschen glauben, wahre Anbetung könne es nur in einer Kirche geben.

Ich habe einmal eine lustige Geschichte gehört.

Ein kleiner Junge war das erste Mal in einem großen Dom. Seine Mutter sagte: „Jetzt kannst du beten.“ Der kleine Junge begann: „Lieber Gott, ich muss sagen, dass du hier wirklich schön wohnst.“

Auch die Frau aus Samaria glaubte, man könne nur an bestimmten Orten anbeten. Jesus erklärte ihr, dass Anbetung nicht davon abhängt, wo wir sind.

Johannes 4,23: Doch es kommt eine Zeit – ja sie ist schon da – in der die Menschen den Vater überall anbeten werden, weil sie von seinem Geist und seiner Wahrheit erfüllt sind. Von solchen Menschen will der Vater angebetet werden.               

Wenn wir anbeten, umfasst dies immer drei Ebenen:

  • eine gedankliche Ebene
  • eine gefühls-mässige Ebene
  • eine praktische Ebene.

Du sollst Gott lieben, mit ganzem Verstand (mit den Gedanken mit ganzem Herzen und ganzer Seele (mit dem Gefühl) und allen deinen Kräften (mit deinen Fähigkeiten).

Wie kann das praktisch aussehen in unserm Alltag?

1.) Wie kann ich Gott mit meinen Gedanken lieben

Zunächst einmal Gott hat uns allen einen Verstand gegeben, dass wir ihn gebrauchen.  

Wir sollen die ganze Sache durchdenken und nicht unsern Verstand an der Garderobe abgeben!

Es ist erstaunlich, wie viele Menschen denken, gebildete Personen wie Wissenschaftler und Intellektuelle könnten nichts mit Jesus anfangen. Aber wenn wir genauer hinsehen, entdecken wir, dass Wissenschaftler aus allen Bereichen daran glauben, dass Jesus Gottes Sohn ist. Albert Einstein sagte: „Gott würfelt nicht.“

Gott möchte, dass wir über IHN nachdenken, erkennen, wer ER ist und wie Er ist.

Im Alten Testament heißt es, dass wir über Gott und sein Wort meditieren sollen. Das hebräische Wort, das hier verwendet wurde, ist dasselbe, mit dem das Wiederkäuen einer Kuh beschrieben wird. Wir wachsen im Glauben, wenn wir ständig über Gottes Wort nachdenken.

Das können wir zum Beispiel tun, wenn wir nachts nicht schlafen können.

Psalm 16, 7: Ich will den Herrn loben, der mich beraten hat. Sogar in der Nacht werde ich an seinen Rat erinnert1. 

Es gibt viele Menschen, die morgens beim Aufstehen denken: „Oh, Gott, es ist schon Morgen.“ Aber besser wäre es zu sagen oder zu denken: „Guten Morgen, Gott!“

Psalm 118: 24: Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat. Lasst uns jubeln und fröhlich sein. 

Wir können über sein Wort nachdenken, während wir mit dem Bus oder der Bahn unterwegs sind. Dafür reicht schon ein simpler Satz aus, wie:

Psalm 29, 2b: betet an den HERRN in heiligem Schmuck

Wir erkennen Gott dadurch als Hirten, Helfer, Heiland, Tröster. Ein Gott voller Liebe, Hoffnung und Geduld, der uns unsere Schuld vergeben möchte und uns einen Neuanfang ermöglichen möchte.

David spricht oft von seinem Verstand, aber er lässt sich auch von seinen Gefühlen leiten, wenn er sagt: „Ich will den Herrn loben!“

2.) Wir sollen ihn anbeten mit ganzem Herzen und ganzer Seele

Mit dem Kopf allein liebt es sich schlecht.

Sprüche 23,26: Mein Kind gib mir dein Herz und lass deine Augen sich an meinen Wegen der Weisheit freuen.                                                

Im Herzen wohnen nach biblischer Vorstellung unsere Gefühle.

Lobe den Herrn meine Seele!

Es gibt in unserem Herzen zwei grundlegende Einstellungen die letztendlich all unsere Gefühle beeinflussen: Das eine ist die Angst, das andere ist Vertrauen.  Angst isst unsere Seele auf. Angst macht unser Herz eng, beraubt uns und lähmt unsere Handlungsfähigkeit.

Vertrauen dagegen macht unser Herz weit, gibt uns Mut und Kraft und lässt uns mit Zuversicht die Dinge angehen. Mit alle meine Gefühle und aus meine Seele bin ich bewusst, dass ich Gott vertrauen kann.

Römer 5,8: Gott aber hat uns seine große Liebe gerade dadurch bewiesen, daß Christus für uns starb, als wir noch Sünder waren                       

Wenn ich richtig spüren Gottes Liebe Gott sagt im Herzen zu mir:

Ich freue mich so über Dich! Du bist mein geliebter Sohn an dem ich Wohlgefallen habe!

Jack Hayford: Genau dann, wenn wir in Gottes Gegenwart eintreten in der Anbetung, antwortet er uns, in dem er uns begegnet. Unsere Anbetung lädt ihn ein, in unsere Mitte zu regieren. Wenn unsere Herzen in der Anbetung weit geöffnet sind, wird Gott antworten. Seine Gegenwart und Seine Kraft wird kommen, um zu verändern – um uns und unsere Umstände zu verändern.

Auch darf ich Anbetung und Lobpreis mit meiner Seele oder Gefühle ausdrücken.

Aus biblischer Sicht ist es völlig in Ordnung, wenn wir Gefühle im Herzen haben.

Wenn wir Gottes Liebe ganz intensiv spüren, spricht er in unserem Herzen zu uns.

Auch in der Anbetung und im Lobpreis dürfen unsere Seele und unsere Gefühle zum Ausdruck kommen.

Wir dürfen aus Freude über Gott in die Hände klatschen.

Es heißt: „Heb die Hände auf!“ Das ist so ähnlich wie bei einem Dieb, der von der Polizei gestellt wird, und mit erhobenen Händen sagt: „Ich gebe auf!“

Auch im Fußballstadion ist es erlaubt, laut zu jubeln und zu springen!

Als die österreichische Nationalmannschaft am Dienstag im Happel-Stadion in Wien gegen Georgien gespielt hat, herrschte im Stadion alles andere als Ruhe.

Natürlich gibt es auch Zeiten, in denen wir Gott in der Stille preisen.

Wenn wir beten, schweifen unsere Gedanken oft ab zu den Dingen, wir noch erledigen müssen. Deshalb sollten wir beim Beten immer einen Block und Schreibzeug zur Hand haben und uns alles notieren, was uns einfällt, damit wir uns dann wieder darauf konzentrieren können, Gott anzubeten.

Viel zu selten lassen sie sich darauf ein, seiner Liebe, seiner Leidenschaft und seiner Freude im Herzen nach zu spuren. Du kannst zwar geben ohne zu lieben, aber du kannst nicht lieben, ohne zu geben. Darum gib ihm dein ganzes Leben.

Anbetung heißt: Wissen um Gottes große Liebe zu mir. Was Er für mich getan hat… Anbetung heißt: Ich gebe meinen Gefühlen Ausdruck vor Gott.

3.) Gott anbeten mit Deinen Fähigkeiten, deiner Kraft

Es geht darum, dass ich mich Gott mit meinen Gaben und Fähigkeiten zur Verfügung stelle.

Jeder weiß, dass nette Worte und Zärtlichkeiten nicht ausreichen, um dem anderen seine Liebe zu zeigen.

Wenn ich meiner Frau Mechthild nur sagen würde: „Ich liebe dich, Schatz“, aber nie den Müll hinuntertragen oder die Spülmaschine ausräumen würde, wäre das nicht gut.

Ich kann ihr nicht einerseits sagen: „Ich habe dich so lieb“, und andererseits nichts für sie tun.

Rick Warren erwähnt in das Buch am Tag 10, „das Herz der Anbetung ist Hingabe und erwähnt diese Bibelstelle:

Römer 12,1: Weil Gott so barmherzig ist, fordere ich euch nun auf, liebe Brüder, euch mit eurem ganzen Leben für Gott einzusetzen. Es soll ein lebendiges und heiliges Opfer sein – ein Opfer, an dem Gott Freude hat. Das ist ein Gottesdienst, wie er sein soll. 

Rick Warren: Hingabe ist keine passive Resignation, kein Fatalismus, und keine Entschuldigung für Faulheit. Es bedeutet genau das Gegenteil: sich Gott mit seinem ganzen Leben oder Leiden Gott zu unterstellen, um zu ändern, was geändert werden muss.                                                        

Kolosser 3,23: Was immer ihr tut, das tut von Herzen, als würdet ihr Gott dienen und nicht Menschen

Rick Warren: Wenn wir diesen Vers verstehen wollen, muss, glaube ich, ein innerer Perspektivenwechsel stattfinden. Bei allem was wir tun will Gott dabei sein, beim Sport, beim Fernsehen, bei deiner Arbeit, bei jedem Gespräch. Er möchte durch uns und das was wir tun sichtbar werden. Es soll seinem Namen Ehre machen.

Ich bin so begeistert zu sehen, wie viele von euch sich hier in den verschiedenen Diensten dieser Gemeinde engagieren, sei es im Kinderdienst, beim Putzen oder Kaffeekochen. Ihr tut es voller Freude für den Herrn.

In dem Moment, wo ich beginne, meine Arbeit als Auftrag Gottes zu verstehen, wo ich sie für Gott tue, Gott zur Ehre, wird sie zur Anbetung.

Stell Dir vor, wie du Deinen Chef zum Staunen bringst, wenn du auf einmal pünktlich zur Arbeit kommst, alles zu seiner Zufriedenheit erledigst, ohne Murren und wenn auf einmal nicht mehr all die andern Schuld sind, wenn du vielleicht sogar um Entschuldigung bittest, wenn mal was schief gegangen ist.

Leider erregt es oft Misstrauen, wenn jemand an seinem Arbeitsplatz sein Bestes gibt.

Wenn man sich nur bei einem Mitarbeiter bedankt, passiert es oft, dass dieser bereits argwöhnt, man wolle sich bei ihm

Kolosser 3, 23 Denkt bei alledem daran, dass ihr für Gott und nicht für die Menschen arbeitet.“

Du wirst Dich nicht mehr ärgern, dass keiner sieht, wie du hier geputzt hast.

Du hast es für den Herrn getan. Das ist Anbetung und Anbetung verändert komplett unser Leben!

Das ist Heilung für die Seele

Wir sollten uns stets bewusstmachen, was für ein Segen es ist, dass wir arbeiten können. Vielen Menschen ist das aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich.

Im Leben zählt nicht, was wir tun. Es zählt, für wen wir es tun.

Lass uns alles Gott geben. Dann ist alles, was wir tun, Anbetung.

Zum Schluss!

Gott freut sich über uns

Im AT Gott freut sich über sein Volk:

Zefanja 3,17: Der Herr, dein starker Gott, der Retter, ist bei dir. Begeistert freut er sich an dir. Vor Liebe ist er sprachlos ergriffen und jauchzt doch mit lauten Jubelrufen über dich.

Markus 12, 30: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Verstand und von allen deinen Kräften.

(1) Bitte beachtet, dass die Sätze in Kursivschrift Zitate aus den Leben mit Vision-Unterlagen sind, die für die Gemeinden bereitgestellt wurden.